Eisenstadt , Wien

Erstellt am 06. Dezember 2017, 06:45

von Alexandra Gollubics-Prath

Kritik aus dem Burgenland an türkis-blauen Schulplänen. Landesschulrat, Lehrer und Eltern wettern gegen Noten (Wieder)Einführung und Lehrerbezahlung nach Leistung.

Skeptisch: Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz.  |  Reiter

Auf eher wenig Gegenliebe stoßen im Burgenland offenbar die kürzlich präsentierten bildungspolitischen Pläne der türkis-blauen Koalitionsverhandler.

Besonders ärgert den geschäftsführenden Landeschulratspräsidenten Heinz Josef Zitz die angedachte teilweise Wiedereinführung von Noten, auch in der Volksschule. Das sei „pädagogisch gesehen ein Unsinn“, man habe sich so um die Einführung einer alternativen – also schriftlichen – Beurteilung bemüht, nun würde „das Rad zurückgedreht.“

Es sei „nicht richtig“, wie hier mit den Eltern umgegangen werde, empörte sich auch Gabriele Riedl, burgenländische Obfrau des Dachverbands der Elternvereine für Pflichtschulen. Eltern seien „nicht nur zum Kuchenbacken fürs Schulfest da“, sondern müssten auch ein Mitspracherecht haben.

„Zurück zu Noten“: ÖVP-Fraktionssprecher Johannes Fenz.  |  BVZ, BVZ

Ohne ein „faires und einfaches Benotungssystem“ könne die „Leistung eines Kindes nicht eindeutig festgestellt werden“, hielt Johannes Fenz, Fraktionssprecher der ÖVP im Kollegium des Landesschulrats, dagegen.

Für Unmut unter der Lehrerschaft sorgt vor allem der Plan einer Bezahlung nach Leistung. Er sei überzeugt, dass ohnehin jetzt schon ein Großteil der Lehrer „mehr gebe, als er müsste“, so Johann Farkas, Vorsitzender der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft im Burgenland.

„Fraglich“ bleibt für ihn, ob sich Leistung „überhaupt über einen Maßstab messen“ lässt beziehungsweise „wer die Kriterien festlegen“ soll.