Eisenstadt

Update am 17. Mai 2018, 15:16

von Nina Sorger

Wirtschaftsparlament: Acht von 13 Anträgen angenommen. Am Dienstag dieser Woche fand das burgenländische Wirtschaftsparlament in der Eisenstädter Wirtschaftskammer statt.

Präsidium der Wirtschaftskammer. Oswald Hackl, Rudolf Könighofer, Paul Kraill, Peter Nemeth und Paul Sagmeister.  |  Wirtschaftskammer Burgenland

Insgesamt 13 Anträge wurden von den Delegierten von Wirtschaftsbund (ÖWB), Industriellenvereinigung (IV), Sozialdemokratischem Wirtschaftsverband (SWV), Grüner Wirtschaft (GW) und Freiheitlicher Wirtschaft (FW) eingebracht, acht davon wurden angenommen. Einstimmig angenommen wurden einerseits die ÖWB-Anträge für die Evaluierung des Winterhandwerkerbonus der Jahre 2016 und 2017 sowie der Wintersanierungsoffensive 2018, für die Wiederbelebung innerstädtischer Verkaufsflächen sowie für Maßnahmen zum Schutz der Betriebe im Zusammenhang mit der Datenschutzgrundverordnung.  Einig waren sich die Delegierten auch bei der Zustimmung zum IV-Antrag zur Beseitigung von

Engpässen in den bestehenden Infrastrukturen betreffend das Straßen- und Schienennetz und die Bereitstellung von Breitbandinternet für burgenländische Unternehmen sowie zu den ÖWB-Anträgen zur Qualitätssicherung bei regionalen Lkw-Fahrverboten sowie zur Förderung der Aus- und Weiterbildung und der Umsetzung von innovativen Projekten für alle Branchen der Sparte Information und Consulting. Mehrheitlich angenommen wurde der Antrag zur Versicherungspflicht von Freizeitunfällen. Einstimmig erfolgte die Annahme des vom SWV eingebrachten Antrags auf ein Förderprogramm für Start-Ups und Jungunternehmer.

Keine Mehrheit fanden die Anträge:

•         Die AUVA und ihre gesetzlich verpflichtenden Leistungen erhalten (SWV)

•         Leistungen aus Familienbonus auch für EPU zugänglich machen (SWV)

•         Kapitalgarantien und gezielte Förderungen und Beratungen für Gründerinnen (Grüne Wirtschaft)

Folgende Anträge wurden von den Antragstellern zurückgezogen:

•         Rückzahlung von Negativzinsen – Ungleichbehandlung der Unternehmer (FW)

•         Selbstverpflichtung zur Reduktion und Beschränkung der Rücklagen einer Fachgruppe (Grüne Wirtschaft)

Schwerpunktthemen der Tagung waren weitere Weichenstellungen für den Wirtschaftsstandort Burgenland und das damit verbundene Service für die heimischen Unternehmer. „Einheitliches Service ist ein Kernelement unserer Arbeit“, erklärte Wirtschaftskammer-Präsident Peter Nemeth: „Wir sehen unsere Arbeit so: Nachfragen wo es krankt, helfen wo es geht, ändern wo es sein muss.“ Und ergänzt: „Unser Service muss noch stärker an die Bedürfnisse der heimischen Unternehmer angepasst werden.“

Er verwies dabei  auch auf den Standortdialog mit dem Land Burgenland: „Wir wollen das Burgenland zum wirtschaftsfreundlichsten Bundesland machen. Um hier den nächsten Schritt zu machen, müssen wir die Vorzüge des Burgenlands noch besser darstellen und gleichzeitig Problemfelder bekämpfen“, erklärte Nemeth. Wichtig seien hier fairer Wettbewerb und gleiche Regeln für alle, Hebung und Absicherung der Lebensqualität, hochwertige Arbeitsplätze in Wohnsitznähe, Sicherheitsgefühl, Raumplanung, Regionalentwicklung und die Vernetzung in Clustern im Land und über die Landesgrenzen hinweg.

Mitgliederbefragung: Zufriedenheit mit der WK stabil

Präsentiert wurden beim Wirtschaftsparlament auch die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung, die von 12. bis 28. März durchgeführt wurde. Die Zufriedenheit mit der Wirtschaftskammer ist bei den Mitgliedsbetrieben weiterhin stabil. Die Unternehmen schätzen auch ihre wirtschaftliche Situation deutlich besser ein, als noch im Jahr 2016. Die Hälfte der Betriebe sehen gute bis sehr gute Aussichten (2016: 34 Prozent). Die kritischen Stimmen denken weithin vor allem an die Bürokratie. „Wir sehen vor allem, dass unsere Kontaktoffensive ein voller Erfolg war. Besuchte Mitglieder sind nicht nur mit unserem Service zufriedener, sie nehmen uns auch in der Interessenvertretung stärker wahr“, freut sich WK-Direktor Rainer Ribing.

Bei den persönlichen Beratungsleistungen wird der Wirtschaftskammer Burgenland im österreichweiten Benchmark mit 68 Prozent der höchste Zufriedenheitswert aller Wirtschaftskammern attestiert.  78 Prozent der befragten Unternehmer sind mit Plattformen, Netzwerken und Veranstaltungen der Wirtschaftskammer Burgenland zufrieden. In punkto Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Wirtschaftskammer gaben 96 Prozent der befragten Funktionäre an, sehr zufrieden zu sein (2016: 74 Prozent ).

Wirtschaftsparlament  |  Wirtschaftskammer Burgenland

„Wir konnten bei der heurigen Mitgliederbefragung ein durchwegs positives Ergebnis erzielen. Trotzdem gibt es immer noch Luft nach oben und wir werden weiterhin daran arbeiten, das Service auszubauen und die Zufriedenheit der Mitglieder zu erhöhen“, so Ribing abschließend.

In diesem Zusammenhang soll das Online-Service der Wirtschaftskammer für die heimischen Unternehmer soll verbessert und weiter ausgebaut werden. Die Homepage wird zur Businessplattform weiterentwickelt. Nemeth räumte aber auch ein, dass man neue Wege finden müsse, dass die Unternehmer noch intensiver die Angebote und Informationen der Wirtschaftskammer nutzen. „Für uns als kleine Wirtschaftskammer ist das eine große Kraftanstrengung, die es zu bewältigen gibt“, erklärt Nemeth.

Der Wirtschaftskammerpräsident nahm in diesem Rahmen auch Stellung zur Diskussion um eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern Stellung: „Die Diskussion um die Pflichtmitgliedschaft wird nicht abreißen aber ich bin aber davon überzeugt, dass – weil nämlich das Angebot der Kammer stimmt – diese Diskussion ganz eindeutig zugunsten einer gesetzlichen Kammermitgliedschaft ausgeht“, so Nemeth.