Erstellt am 05. September 2017, 11:54

von APA Red

Bis zu 13 Pestizide in Superfoods nachgewiesen. Bei einem Test von sogenannten Superfoods sind bis zu 13 Pestizide auf Goji-Beeren nachgewiesen worden. Bei Chia- und Leinsamen wurden Überschreitungen der gesetzlichen Pestizid-Höchstwerte festgestellt, hieß es am Dienstag in einer Aussendung. Auch Schwermetalle fanden sich in den Produkten. Die Untersuchungen wurden von Global 2000, Südwind und der Arbeiterkammer Niederösterreich durchgeführt.

Cranberries können leicht durch Johannisbeeren ersetzt werden  |  APA (AFP/Getty)

Die bis zu 13 verschiedenen Pestizid-Wirkstoffe wurden auf Goji-Beeren aus China gefunden. "Obwohl die gefundenen Mengen nicht akut gesundheitsgefährdend sind, ist über das Zusammenwirken von mehreren Pestiziden gleichzeitig noch sehr wenig bekannt und diese 'Cocktails' sind auch nicht gesetzlich geregelt. Viele der gefundenen Substanzen stehen außerdem im Verdacht, krebserregend oder fortpflanzungsschädigend zu sein", erläuterte Waltraud Novak, Pestizid-Expertin bei Global 2000.

Mehrere der gefundenen Wirkstoffe sind laut der Umweltschutzorganisation nicht mehr in der EU zugelassen, weil sie beispielsweise das Erbgut verändern oder das Kind im Mutterleib schädigen können. In den Herkunftsländern werden diese Stoffe aber weiterhin angewendet. Auch Rückstände von Blei und Cadmium wurden auf allen Goji-Beeren nachgewiesen.

Bei vielen Produkten wurden auf der Verpackung keine Angaben zur Herkunft der Produkte gefunden. "Unser heimisches Obst und Gemüse kann leicht mit exotischen Superfoods mithalten. Heidelbeeren und Johannisbeeren stehen Cranberries um nichts nach, und Hirse ist genauso gesund wie Quinoa. Heimische Hagebutten übertreffen sogar die Goji-Beeren mit ihrem Vitamin C-Gehalt", hieß es in der Aussendung.

"Wer Superfoods aus fernen Ländern kaufen möchte, sollte sich zumindest für Produkte mit Fairtrade-Siegel und Bio-Zertifizierung entscheiden. Nur so sind die Superfoods auch für Arbeiter und Kleinbauern in den Produktionsstätten super", betonte Stefan Grasgruber-Kerl von der Menschenrechtsorganisation Südwind.