Erstellt am 03. April 2018, 13:03

von NÖN Redaktion

Ab 2020 Ausstieg aus den Ölheizungen. Österreichs Regierung legt Klimastrategie vor. Umweltministerin Köstinger spricht von einer „Wende“.

Elisabeth Köstinger  |  APA

In Niederösterreich und in ganz Österreich sollen ab dem Jahr 2020 in Neubauten keine Ölheizungsanlagen mehr eingebaut werden. Das ist einer der konkretesten Punkte, der sich in der Klima- und Energiestrategie der Bundesregierung findet, die der NÖN vorliegt und am Dienstag von Umwelt- und Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und den für Energie zuständigen Infrastrukturminister Norbert Hofer (FPÖ) in Wien vorgelegt wurde. Köstinger sieht in dem Papier eine „Wende“ durch die türkis-blaue Bundesregierung.

Wer derzeit mit  Öl heizt – österreichweit gibt es immerhin rund 700.000 Anlagen – muss sich ebenfalls in wenigen Jahren auf Umstellungen vorbereiten. Denn beginnend ab dem Jahr 2025 soll schrittweise der Ausstieg aus bereits bestehenden Anlagen, in denen mit Öl geheizt wird, erfolgen.

Dabei wird bei den ältesten und damit im Regelfall schmutzigsten Anlagen begonnen. Diese sollen auf Heizungen mit erneuerbarer Energie umgestellt werden. Dazu versichert Köstinger, dass dieser Umstieg in einer sozial verträglichen Form für betroffene Hausinhaber durchgeführt werden soll.

Mehr thermische Sanierung von Gebäuden

In anderen Bereichen ist die Umsetzung der Klima- und Energiestrategie weniger konkret. So sollen generell thermische Sanierungen von Gebäuden vorangetrieben werden. Damit soll sichergestellt werden, dass möglichst wenig Energie durch einen verbesserten Wärmeschutz verloren geht.

Generell setzen die Minister Köstinger und Hofer auf mehr erneuerbare Energie. Dem dient auch der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen in den kommenden Jahren, wobei ein eigenes Programm mit 100.000 Anlagen geplant ist. Der Gesamtenergiebedarf aus erneuerbaren Stoffen soll bis 2030 von 35 auf 45 bis 50 Prozent gesteigert werden.

Der öffentliche Verkehr soll ausgebaut werden, um Umweltbelastungen zu reduzieren. Das betrifft insbesondere auch Niederösterreich. Denn das öffentliche Netz soll gerade im Umfeld von Ballungsräumen wie in Wien und dem Wiener Umland als Verkehrsmittel noch attraktiver werden. Bundesweit sollen Park&Ride-Anlagen sowie Car sharing ausgebaut werden.

Radverkehr soll verdoppelt werden

Die Österreicher sollen künftig auch verstärkt das Rad als Verkehrsmittel nutzen. Der Anteil des Radverkehrs soll von 7 auf 13 Prozent bis zum Jahr 2030 praktisch verdoppelt werden, lautet die Zielsetzung in der Klimastrategie der Bundesregierung. In Städten könne dieser Anteil auch „deutlich höher“ sein, wird dazu weiters hervorgestrichen. Darüber hinaus setzt die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung auch verstärkt auf den Einsatz von E-Mobilen und den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur.