Neudörfl , Wiener Neustadt , Oberdorf im Burgenland , Bad Tatzmannsdorf

Erstellt am 14. September 2017, 05:54

von Bernhard Fenz

Stocker: „Titelverteidigung war meine Mission“. Für Dreifach-Medaillengewinner Michael Stocker zählt vor allem Gold im Slalom: „Nur das war mein ganz persönliches Ziel.“

Bronze in der Super-Kombination (Super-G/Slalom), Silber im Riesentorlauf und Gold im Slalom: Michael Stocker hat sich einen sportlich würdigen Rahmen für seinen Karriereabschluss geschaffen.

Der Wiener Neustädter Athlet des Skiclubs Neudörfl beendet nun (angekündigterweise) seine aktive Laufbahn. Dreimal Edelmetall versüßen da freilich den Abschied, wobei: „Natürlich freue ich mich über Silber und Bronze, aber Slalom-Gold war mein ganz persönliches Ziel. Genau das wollte ich – und genau das habe ich geschafft.“

„Ich fühle eine innere Zufriedenheit, aber auch eine gewisse Leere. Jetzt ist das Kapitel Grasski für mich abgeschlossen.“Michi Stocker, der als neuer, alter Weltmeister abtritt

Somit hat der amtierende Weltmeister von 2015 seinen Titel verteidigt. „Das war meine Mission. Entsprechend geil und emotional war es auch, dieses Ziel erreicht zu haben.“ Freilich, ein bisschen Wehmut sei schon dabei gewesen – im Wissen, bei der Heim-WM in Kaprun die letzten Adrenalinschübe im Grasskisport abzubekommen. „Aber ich wusste, dass ich das so durchziehe und dass das Kapitel Grasski nun für mich abgeschlossen ist. Ich fühle eine innere Zufriedenheit, aber auch eine gewisse Leere.“

Dass in der Super-Kombination als Dritter zwei Hundertstel auf Silber und sieben auf Gold gefehlt haben, damit kann der 34-Jährige leben. Auch das Detail, im Riesentorlauf sechs Hundertstel Sekunden an Gold vorbeigeschrammt zu sein, ist verkraftbar – speziell deshalb, weil Stocker mit seiner Paradedisziplin Slalom völlig im Reinen ist.

Künftig will der Leistungsdiagnostiker, der auch in der Skihandelsschule in Waidhofen als Trainer und beim Burgenländischen Skiverband als Sportlicher Leiter tätig ist, die Grasski-Szene jedenfalls nur noch als Zuschauer bereichern. „Ich freue mich schon, ohne Sportausrüstung in einen Flieger zu steigen.“

Hetfleisch erst glücklich, dann aber enttäuscht

Gemischte Gefühle begleiten Kristin Hetfleisch bei ihrer WM-Bilanz. Mit Bronze gleich zum Auftakt im Super-G war sie „mehr als zufrieden“, speziell der vierte Platz im Riesenslalom „hat aber sehr wehgetan“. Gerade in ihrer besten Disziplin wollte die 20-jährige Oberdorferin auf das Podest fahren, am Ende fehlten 20 Hundertstel.

Im Slalom landete sie ebenfalls auf dem undankbaren vierten Platz, 19 Hundertstel fehlten hier auf Bronze. „Die Kurssetzung ist mir in den technischen Bewerben vielleicht nicht ganz gelegen gekommen, aber vom Gefühl her hat es völlig gepasst. Ich habe wirklich gute Fahrten hingelegt. Das macht es noch bitterer.“ Nun gelte es jedenfalls, die positiven Momente mitzunehmen.

Philipp Gschwandtner (28) vom SC Bad Tatzmannsdorf, dritter rot-goldener Teilnehmer, war krankheitsbedingt geschwächt und landete auf den Plätzen 18 (Super-G) und 16 (Riesenslalom). Der 17-jährige Roland Schlögl (SC Neudörfl) durfte mit den Plätzen 27 (Super-G), 24 (Super-Kombi), 23 (Slalom) und 24 (Riesenslalom) erstmals WM-Luft bei den Großen schnuppern.