Elektrisierend elektrifiziert

Erstellt am 12. Mai 2022 | 05:04
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8349228_noe19_motor_alfaromeo.jpg
Endlich etwas Neues von Alfa Romeo: Der Tonale ist der kleine(re) Bruder des Stelvio. Der Name kommt vom Passo del Tonale – ein 1.882 Meter hoher Alpenpass in Italien.
Foto: Alfa Romeo
Der Tonale ist das Startsignal zur Erneuerung der italienischen Kultmarke Alfa Romeo. Premiere feiert der Kompakt-SUV mit einem stromassistierten Benzinantrieb; ein Plug-in-Hybrid und ein Diesel werden nachgereicht.

Drei Jahre hat es gedauert, bis sich aus dem Concept Car ein Großserienmodell materialisiert hat. Der Alfa Romeo Tonale stand, überraschend, auf dem Genfer Autosalon von 2019 – unzweifelhaft ein auf Performance ausgelegter SUV, ein kompakter Bruder des Stelvio. Von Elektrifizierung war bereits die Rede. Seither sind nicht nur drei Jahre vergangen. 2020: Ausbruch der Corona-Pandemie. 2021: Fusion der FCA- und der PSA-Gruppe, damit Gründung des Stellantis-Konzerns. 2022: Der Tonale ist startklar. Endlich – finalmente, wie der Italiener sagt – ist ein neuer Alfa Romeo da.

Der folgt, auf dem technischen Frontantriebsunterbau des Jeep Compass, stilistisch dem Stelvio. Außen wie innen. Das Exterieur enthält alle optischen Zutaten eines echten Alfa Romeo. Das Interieur ist, wie es der Zeitgeist verlangt, mit digitalen Elementen eingerichtet, doch sind die stilvoll stimmig und unaufdringlich integriert, vom TFT-Display bis zum Infotainmentsystem-Touchscreen. Das Format des Fünftürers ist mit 4,528 Metern Länge und 1,841 Metern Breite kompakt. Im Normalzustand, also fünfsitzig, soll der Laderaum bis zu 500 Liter schlucken.

Der Tonale symbolisiert, als erster elektrifizierter SUV von Alfa Romeo, die gerade laufende Metamorphose der Marke!“Andreas BLECHA, Pressesprecher Alfa Romeo Österreich

Die Elektrifizierung, von der 2019 bereits die Rede war, ist Realität. Mit stromassistierten Antrieben steht der Tonale am Start. Zunächst mit Mildhybridbenzinern, auf Basis eines 48-Volt-Bordnetzes und eines in die siebenstufige Direktschaltung integrierten Elektromotors mit 20 PS. Das ergibt zwei Systemleistungsstufen: einmal 130 PS und einmal 160 PS. Mit Zweiterer schickten die Italiener die ersten Tonales an den Lago di Como, dorthin, wo der Tempel von Alessandro Volta – Entdecker und Namensgeber der Stromspannungsbezeichnung Volt – steht.

Auf den verwinkelten Straßen in Como, entlang des Sees und durch die Berge inszenierte sich der Wagen artgerecht. Viel beachtet und beklatscht. Seine authentisch wirkende Erscheinung elektrisiert. Seine Antriebswilligkeit weniger. Im gefahrenen (Vorserien-)Modell, mit nominell 160 PS, herrschte zwischen dem verhalten spritzigen Benzin/Strommotorgespann und dem Getriebe nicht immer Einigkeit. Fein ist trotzdem der zwar künstlich generierte, doch stimmige Sound. Fahrwerksseitig gibt es nichts zu bekritteln. Das Setting federt trocken und polterfrei. Die Lenkung könnte gefühliger sein, präzise ist sie auf jeden Fall.