Frech, fröhlich & fit. Fiat baut die 500X-Familie weiter aus. Neues Topmodell ist der auf Dynamik getrimmte und tiefergelegte Sport.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 15. Oktober 2019 (03:19)

Die Italiener verstehen die Kunst der Inszenierung meisterhaft. So schaffen sie es auch, das Thema Auto und Fußball schlüssig unter einen Hut zu bringen. Mittels zweier nationaler Ikonen: einerseits Fiat, andererseits Fußball.

Und so kam es, dass das neueste Derivat der 500X-Baureihe mit dem Beinamen Sport zum Auftakt auf einem Sportrasen posierte, bevor es ans Absolvieren der ersten Talentprobe auf Asphalt ging. Als Location hatte man Coverciano bei Florenz, die Zentrale des italienischen Fußballverbandes gewählt. Die Laudatio verbalisierte Luca Napoli-
tano – doch war es weder der gleichnamige Kicker, noch der namensgleiche Pop-Barde, sondern der EMEA-Boss von Fiat und Abarth.

„Der 500X ist ein echter Italiener. Und mit der neuen Sportver- sion ist er auf dem besten Weg, der größte Player in der Fiat- Modellpalette zu werden!“ Andreas Blecha, Pressesprecher Fiat Austria

Mit dem Fußballhintergrund war die Sportlichkeit außer Frage gestellt, so wie sich die Wogen um den Anabolika-500er mittlerweile gelegt haben. Die familiäre Interpretation des Italo-Winzlings hat demnach bisher in mehr als einer halben Million abgesetzter Fahrzeuge resuliert. Entstanden ist aus dem Premieren-Minivan 500L von 2012 eine respektable Baureihe, die von Fünf- über Siebensitzer bis zu SUVs und Crossovern reicht. Als Letzeres ist der X Sport einzuordnen. Dem höherbeinigen Allrounder, der je nach Version auch mit Allradantrieb orderbar ist (Cross), wurden 13 Millimeter Federweg subtrahiert. Addiert wurden sportliche Details, wie ein entsprechendes Fahrwerk, eine schärfer interpretierte Lenkung und eine dazu passende Technikmitgift. Die reicht von den Antriebssträngen übers Mobiliar bis zur Infotainment-, Konnektivitäts- und Assistenzelektronik, die im Zuge des Updates von 2017 komplettiert worden ist.

Auf sich aufmerksam macht der Dynamiker durch spezifische Designdetails. Die Kombination aus LED-Tagfahrlicht und Scheinwerferdesign ergibt einen frechen Blick. Besonders gut zur Geltung kommen die optionalen 19-Zöller und das doppelflutige Auspuffendrohr, wenn man Seduction Red als Karosseriefarbe wählt.

Als Topkraftquelle dient der 1,3-Liter-Turbobenziner aus der neuen FireFly-Motorenbaureihe. Der Vierzylinder bringt es auf stramme 150 PS (und 270 Newtonmeter), mit einer Fahrstufensortierung über ein sechsstufiges Doppelkupplungsgetriebe. Diese Kombination macht aus dem knapp 4,3 Meter langen Fünfsitzer zwar keinen Brachial-Sportler, aber ein handlich-flitziges und alltagstaugliches Gerät zum fröhlichen Stadt- und Landstraßenkurven-Tanzen, das auch fit für die Langstrecke ist. Der Federungskomfort ist sehr in Ordnung, bleibt stets familiengerecht verdaulich, vor allem dank weitgehender Seitenneigungs-Absenz.

Außer dem 1,3-Liter-Otto kann man den 500X Sport auch mit einem 1,0-Liter-Dreizylinderturbo mit 120 PS ordern. Und einen Diesel gibt es auch noch: 1,6-Liter
mit 120 PS.