Volles Ohr …. Der überarbeitete F-Type bringt mehr Fahrspaß, mehr Leistung – und ist noch fescher als sein Vorgänger.

Von Alexander Seger. Erstellt am 11. Februar 2020 (02:12)

Er faucht und sprotzt, wenn du vom Gas gehst, dass es eine wahre Freude ist. Geht gut, liegt gut, klingt gut. Subjektiv betrachtet: pure Freude auf vier fetten 20-Zöllern. Objektiv ist festzuhalten, dass nicht jeder den Klang eines röhrenden Achtzylinders liebt. Beispielsweise der Nachbar, wenn man frühmorgens die fünf Liter Hubraum mit hochoktanig angereicherter Frischluft flutet und 575 PS (25 mehr als bisher) unter der langen, neu gezeichneten Motorhaube in Dienst stellt.

Daher kann der Jaguar auch zart schnurrend erwachen, „Quiet Start“ genannt (das wütende Fauchen ist per Knopfdruck abschaltbar). Bei unaufgeregter Fahrweise gibt sich die Raubkatze handzahm und zutraulich, der Spritverbrauch bleibt dann auch auf dem Niveau der Prospektangabe. Das prägnante Heck und die vierflutige Auspuffanlage machen aber klar, dass hier jede Menge fahraktives Potenzial bereitsteht. Wenn des Fahrers rechtes Sprunggelenk den Befehl gibt, ist in 3,7 Sekunden der 100er erreicht, ein paar Augenblicke später ist der Führerschein weg, erst bei 300 km/h wird der Vortrieb elektronisch abgeregelt. Zugegeben: Das wird man am Weg ins Büro oder zum Golfplatz nicht oft ausnützen.

NOEN

Und wenn wir schon beim Thema Ehrlichkeit sind: Natürlich kann selbst der „Einstiegsmotor“ – die Anführungszeichen sind der Tatsache geschuldet, dass beim kleinsten Aggregat immer noch 300 PS im Datenblatt stehen – um Welten mehr, als man im Alltag an Vortrieb benötigt. Der Turbo-Vierzylinder ist absolut kein Kind von Traurigkeit, aber wenn man schon in ein Auto dieser Preisklasse investiert, will man sich vielleicht doch etwas noch Besondereres gönnen, als es der F-Type ohnehin schon ist. Daher nehmen die Briten statt des bisherigen Sechszylinders (drei Liter, 340/380/400 PS) einen zweiten Fünf-Liter-Kompressor-V8 ins Programm. Jener hat im Gegensatz zum großen Bruder allerdings „nur“ 450

PS. Beim Spritverbrauch ist kein Unterschied festzumachen, in der Preisliste schon: Zwischen den beiden Achtzylindern hat ein günstiges Elektroauto als Zweitwagen Platz – oder realistischer: Da geht noch was in der Zubehörliste. Beim Preis/Leistungs-Verhältnis ist ein schön konfigurierter P450 unser Favorit.

 „Das Jaguar-Design verkörpert Rennsport-Tradition, dramatische Proportionen, elegante Konturen und eine energische Haltung!“ Dieter Platzer, Pressesprecher Jaguar Österreich

 Von den optischen Anpassungen sind die schmalen LED-Scheinwerfer gewiss die auffälligste Retusche am vielfach preisgekrönten Design. Die animierten Blinkleuchten laufen in der J-förmigen LED-Leiste des Tagfahrlichts. Der Kühlergrill ist eine Nuance breiter und tiefer als bisher ausgeformt. Damit wirkt der Wagen insgesamt breiter und kraftvoller – im direkten Vergleich ist das neue Design ein beeindruckender Qualitätssprung. Im Innenraum finden wir ein neues digitales Cockpit, und für Spotify-Kunden die Möglichkeit, auch via Autoradio auf die Playlists zugreifen zu können. Was freilich nur dann ein Thema ist, wenn die Lieblingsmusik nicht aus dem Auspuff kommt.