Charakterdarsteller

Für Kia ist der EV6 Auftakt zu einer optischen und technischen Repositionierung. Der elektrische Crossover hat Heck- oder Allradantrieb, 170 bis 585 PS stark.

Erstellt am 21. Oktober 2021 | 05:02
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Starker Auftritt! Der EV6 ist in Zusammenarbeit der Kia-Designstudios in Nam- yang (Südkorea), Frankfurt (Deutschland) und Irvine (USA) entstanden. Auch stark: Der Kia bietet die bidirektionale V2L-Technik (Vehicle-to Load) mit 3,6 kW an. Das bedeutet: Auch andere Elektroautos können damit geladen werden.
Foto: Kia

Ein Neuling auf dem Sektor Elektrifizierung ist Kia nicht. Siehe die Batteriestromversionen des Niro und des Soul sowie die Plug-in-Hybrid-Varianten des Niro, des Ceed SW, des XCeed und des Sorento (gibt es auch als Vollhybrid). Als Krönung des stromorientierten Programms kommt jetzt der Vollelektriker EV6 hinzu.

Man weiß, dass Konzernbruder Hyundai Ioniq5 der Techniklieferant ist, von Heck- respektive Allradantrieb über 800-Volt-Technik bis zu zwei Batteriekapazitäten (58 oder 77,4 kWh). Doch hat Kia auf dieser Basis eine eigene Version kreiert. Die sich nicht in plakativer Charakterdarstelleroptik erschöpft, sondern gleichzeitig Startsignal für eine neue Designära ist.

Merkmal ist unter anderem das nun in echtem Metall (gebürstetes Aluminium) ausgeführte modernisierte Logo. Auch schwenkt der südkoreanische Hersteller auf eine dezidiert sportliche Linie um. Ausdruck dessen ist der Einsatz eigenständiger Fahrwerkstechnik. Die soll dem mit knapp 4,7 Metern Länge (und ab rund 1,9 Tonnen Leergewicht) nicht unbedingt zart gebauten SUV-Crossover zu knackig-agilem Fahrverhalten verhelfen.

Der EV6 definiert bei Kia das Thema Elektromobilität ganz neu!“ Gilbert Haake Pressesprecher Kia Austria

Zum Beweis stellte Kia in Südspanien zwei Varianten bereit: eine Heckantriebsversion mit 229 PS und eine Allradantriebsvariante mit 326 PS, jeweils mit 77,4-kWh-Batterie. Erstere ist eine universelle Lösung für den (Überland-)Familienausflug. Die Leistung reicht völlig aus, um sich auf der Autobahn nicht auf der rechten Spur einreihen zu müssen. Zweitere macht im flotten Kurvengeläuf nicht nur körperlich imposante Figur, auch mit exakter Lenkung und leistungsstarker Bremsanlage, doch macht sich nicht nur in Bergabpassagen das recht satte Gewicht (2,1 Tonnen) bemerkbar.

Das Ausloten der maximalen Reichweite (knapp über 500 Kilometer) war noch nicht das Thema, ebenso wenig das Ausprobieren der Ladedauer. Am Schnelllader (Gleichstrom, bis zu 350 kW) sollen 18 Minuten für eine Füllung von zehn auf 80 Prozent genügen. Natürlich nur an einer entsprechend leistungsfähigen High-Power-Ladesäule. Im EV6-Programm ist auch eine (Einstiegs-)Variante mit 170 PS und 58-kWh-Akku. Nachgereicht (Ende 2022) wird eine Upgrade-Variante der Allradversion – mit 585 PS Spitzenleistung.