Vorzeige-Allrounder

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 05:10
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8535826_70_karoq_ml_style.jpg
Karoq mit 150 Diesel-PS: Gschwind einmal über die Langstrecke bedeutet unter sieben Liter Verbrauch und am Ende des (Fahr-) Tages eine entspannte Rückenmuskulatur.
Foto: Škoda
Der Škoda Karoq fällt in die Kategorie SUV – und er ist ein Alleskönner: Er passt in die City, er passt auf das Land, er kann auch kommod und komfortabel über die Autobahnen traben.

Er ist nicht zu klein und nicht zu groß, er nicht zu schwach und nicht zu stark: der Karoq, der kleinere und jüngere Bruder des Kodiaq. Wobei der Altersunterschied fast marginal ist, zwischen dem Debüt der beiden SUV-Modelle liegt etwa ein halbes Jahr. Im Prinzip können beide das Gleiche, was die Basistechnik betrifft. Nur ist der kleinere Bär dezidiert ein Fünfsitzer. Sportlich kann er ebenfalls sein, wenn auch nicht als RS.

Die Domäne des Karoq sind die Allroundtalente. Er ist mit seiner Außenlänge von nicht ganz 4,4 Metern in der Stadt gut zu Hause, wieselt handlich durch enge Gassen und winkelige Parkgaragen. Er kann es zudem mit einer Menge Gepäck aufnehmen, (maximal) 1.810 Liter sind ein klassenunüblich geräumiger Wert. Er macht sich umgänglich auf der Kurzstrecke – und er agiert ebenso souverän auf längeren Strecken, ohne außer Atem zu kommen. Wie auf einem Ausflug an Bord der 2,0-Liter-Dieselversion mit 150 PS und Allradantrieb in seine Heimat, nach Tschechien. Die Distanz von St. Pölten nach Prag absolvierte er ohne Hetzen in dreieinhalb Stunden.

Müde wirkte er weder auf Autobahn- noch auf Landstraßenetappen. Seine Leistung ist ein gutes Unterfutter, mehr als ausreichend. Das Allradantriebssystem konnte bei trockenem und wohltemperiertem Wetter pausieren. Bis auf die eine oder andere Baustelle tat sich auch keine Offroad-Challenge auf. Über den Durst trinkt er kaum bis wenig: Die in den technischen Daten attestierten (bis zu) 5,5 Liter überzog er um 1,4 Liter, bei normaler (eher flotter) Gangart, ohne allzu großes Augenmerk auf Spritsparen. Mit einer Tankfüllung waren 750 Kilometer kein Mirakel, weitere 80 hätte man laut Bordcomputer noch dranhängen können.

Abgesehen von seinen Fahrtalenten hat Škoda auf ebenso kommode wie körperfreundliche Möblierung geschaut. Am Ende des Fahrtags sind die Rückenmuskeln entspannt wie beim Start. Zudem ist die Kommandozentrale klar und übersichtlich, man muss sich nie den Kopf verrenken, um den Überblick zwischen Straße, Beifahrer, Cockpit und Navigation zu behalten. Das Konvolut an elektronischen Fahr- und Sicherheitsassistenten ist stets aufmerksam, doch es reagiert dezent, der Tscheche nervt nicht mit überbordenden Warnpiepsern oder gar schulmeisternden Hinweisen auf dem Multimediadisplay.

Der Škoda Karoq hat bei der NÖN-Autowahl 2022 in der Kategorie „Der Trendsetter“ souverängewonnen. Ein verdienter Sieger – wir gratulieren!