Verlängerter Weitblick . Mit einem Update des RX 450h feiert Lexus den 30-jährigen Geburtstag. Retuschiert ist die Optik, optimiert sind Technik und Elektronik.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 13. November 2019 (02:18)
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Der Trend, Zweitmarken als Pre-mium- oder Luxus-Labels zu platzieren, ist nicht neu. Toyota war zwar nicht der erste Hersteller, der das startete, unter dem Namen Lexus, doch hat sich das Edelmitglied des japanischen Fahrzeug-Portfolios global etabliert.

Gestartet wurde vor genau 30 Jahren – mit zwei Modellen, ausschließlich für die USA. Seit 1991 ist man auch in Österreich vertreten. Den nachhaltigsten Impuls in der anfangs von Limousinen geprägten Produktpalette setzte 1998 die Markteinführung des RX. Der SUV mit Allradantriebs-option basierte (und tut es nach wie vor) auf einer Frontantriebsplattform. Er war damals noch ausschließlich von Verbrennern angetrieben. 2005, in der zweiten Generation, erfolgte die Einführung eines Benziner-Hybrid-Antriebs.

Ein Alleinstellungsmerkmal, das Lexus im RX 450h kultiviert hat, und das erst ab 2014 relativ kurzfristig nur durch den Range Rover und den Range Rover Sport eine (allerdings mit einem Diesel gekoppelte) Alternativantriebsparallele hatte. Bis heute, bis zur aktuellen RX-Modellphase (der vierten). Die startete 2015 und wurde im Vorjahr mit einer siebensitzigen Variante komplettiert. In Europa, und somit auch in Österreich, ist er ausschließlich als Hybrid orderbar.

56 Meter Weitblick mit neuer Leuchttechnik

In welcher Variante auch immer: Bislang wurden insgesamt mehr als drei Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Damit ist der Edel-SUV die wichtigste und tragfähigste Säule der Marke.

Damit das anhält, erfolgte (auch zur Feier des 30. Geburtstages der Marke) jetzt ein Update. Das prägt sich am Exterieur nur marginal aus, es ist sichtbar an Frontscheinwerfern, Heckleuchten und Stoßfängern. In technischer Hinsicht handelt es sich um akribische Feinarbeit an einer Reihe von Details. Die ändert nichts an den Eckdaten des Antriebs: 3,5- 
Liter-V6-Benziner in Kooperation mit zwei Elektromotoren, was 313 PS Systemleistung ergibt – zusammengespannt mit einem CVT-Getriebe, gekoppelt mit einem Allradantrieb.

Eingebettet ist der selbstladende Hybrid (nix Steckdose) in ein steiferes Fahrwerk mit feinfühligeren Komponenten, das sind neue Stabilisatoren und ein neu konfiguriertes Dämpfungssystem. Verfeinert sind die elektronischen Assistenten, zum Beispiel der aktive Kurvenfahrhelfer.

Ein neues Detail gehört vorerst dem RX 450h allein: LED-Scheinwerfer mit sogenannter BladeScan-Technologie. Die betrifft den Fernlichtassistenten. Der arbeitet mit einer rotierenden Spiegelscheibe – das ermöglicht blitzschnelles, präzises und blendfreies Ausschneiden von Objekten, die sich im Lichtkegel befinden. Das System kann es auch mit Bewegtem (mit Radfahrern und Fußgängern) ausnehmen. Der Weitblick der neuen Leuchttechnik beträgt dabei 56 Meter (bis dato 32).

All die verfeinerte Technik wird in noch komfortablerem Fahrverhalten spürbar. Es wirkt der gar nicht so kleine Edel-Japaner mit seinen knapp 4,9 respektive rund 5,0 Metern Länge (in der L-Version) mit ab 2,2 Tonnen ebenso wendig wie agil und leichtfüßig. Das Beharren auf der stufenlosen Getriebeart führt zu einer gewissen Gelassenheit im Umgang, um die zwar verminderte, doch nach wie vor vorhandene Aufheulneigung beim Beschleunigen zu vermeiden. Darüber hinaus jedoch wohnt es sich an Bord hoch fein, das neue Multimediasystem-Display trägt zur Verständlichkeit bei. Kommoder können es in der siebensitzigen Version auch die Hinterbänkler haben, die dritte Sitzreihe ist jetzt, elektrisch be-tätigt, um 95 Millimeter in der Längsrichtung verschiebbar.