Nissan Juke: Schön entschärft. Eine Million Juke hat Nissan weltweit verkauft. Jetzt steht die zweite Generation in den Start- löchern. Das Prinzip „Love it or hate it“ ist (leider oder zum Glück) Schnee von gestern.

Von Peter Urbanek. Erstellt am 18. September 2019 (02:01)

Bei der statischen Präsentation in Köln stand der komplett neue Juke noch am Podest – sozusagen für eine Runde der Bewunderung.

Und er hinterlässt optisch einen wirklich tollen Eindruck. Der Designeranzug steht ihm gut. Das Gesicht prägen die modelltypischen runden Scheinwerfer, die serienmäßig in Voll-LED-Ausführung gehalten sind und eine Y-Zeichnung aufweisen, sowie der V-Motion-Kühlergrill von Nissan. In der Seitenansicht fallen insbesondere die optionalen markanten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie das scheinbar schwebende Dach im Coupé-Stil ins Auge.

Ein schönes Auto, keine Frage, ein leichtes Gefühl der Sentimentalität bleibt dennoch erhalten: Die erste Juke-Generation war vom Design her unverwechselbar, extrovertiert-frech, im Strom der Mitbewerber unique, damals ein mutiger Schritt. Das neue Modell entspricht optisch dem Zeitgeist … ohne Wenn und Aber.

„Der Juke ist groß geworden, ohne dabei jene Eigenschaften zu verlieren, die ihn schon immer auszeichneten!“ Elisabeth Schaljo, Pressesprecherin Nissan Österreich

Athletisch das Auftreten – und die Abmessungen sind gewachsen: Jetzt ist Nissans kleinster Crossover 4,21 Meter lang, 1,80 Meter breit und knapp 1,60 Meter hoch. Vom Längenzuwachs profitieren (natürlich) die Insassen – im Fond zum Beispiel gibt es 58 Millimeter mehr Kniefreiheit. Und der Kofferraum offeriert mit 422 Litern satte 20 Prozent mehr Platz.

Zum Marktstart wird Nissan den Juke nur mit einem Dreizylinder-Turbobenziner mit 117 PS anbieten (Fahrwerte und Verbräuche sind noch top secret; einen Diesel wird es mit Sicherheit nicht mehr geben). Die Kraft wird per Sechs-Gang-Schaltung oder Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder übertragen. Drei Fahrmodi (Eco, Standard und Sport) sollen das Auto je nach
Einsatz und Vorliebe abstimmen. Da das Auto auf einer neu ent-
wickelten Plattform namens CMFB (siehe auch Captur und Clio) steht, wäre zukünftig auch eine elektrifizierte Variante denkbar – aber diesbezüglich wird noch geschwiegen.

Der Nissan-Crossover will in erster Linie Partner im urbanen Umfeld sein, deshalb gibt es auch keine Allradzukunft. Dafür zieht die aus
Leaf und Qashqai bekannte ProPilot-Technologie in den Neuling ein. Dieses Assistenzsystem lenkt, bremst und beschleunigt das Fahrzeug selbstständig, sodass auf Autobahnen zeitweise ein teilautonomes Fahren möglich ist. Für die Japaner ist der Juke übrigens der bestvernetzte Nissan aller Zeiten.