Wenn der Löwe leise brüllt. Mit dem e-208 haben die Franzosen einen interessanten Vollelektriker im Programm, der sich bezüglich Reichweite überhaupt nicht verstecken muss.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 18. November 2020 (05:45)
Dieses Vertigo-Blau steht dem e-208 sehr gut. Sexy präsentiert sich der Löwe, einer der aufregendsten Kleinwagen überhaupt! Besonders markant fallen die Tagfahrlichter aus, die wie Stoßzähne in die Frontschürze ragen.
Peugeot

Maximal 340 Kilometer ohne Ladestopp ist laut den immer freundlichen Peugeot-Leuten möglich. Wir kamen auf 310 Kilometer – bei normaler Fahrweise, bei kühlen Herbsttemperaturen, Radio und Klima waren eingeschaltet. Respekt! Da geht sich St. Pölten – Wien – St. Pölten locker aus, ohne ein Hindernis auf der Westautobahn zu sein. Bei 310 Kilometer Reichweite mussten wir während unserer Testphase auch nicht oft zum Aufladen fahren. Zum Glück. Denn die Smatrics-Ladestationen sind leider immer wieder in einem ungepflegten Zustand, Spinnweben inklusive. Und ein 30-Minuten-Schnellladen ist in Zeiten wie diesen auch nicht gerade lustig, weil weit und breit kein Kaffeehaus offen hat (bzw. offen haben darf).

So cool wie der e-208 aussieht, so cool fährt er sich auch. Knackig, agil, handlich, temperamentvoll (in nur 2,8 Sekunden wird von null auf 50 km/h beschleunigt) – dieser Wagen hat die Lizenz zum Fahrspaß! Der Autor dieser Zeilen ist auch ein Fan des i-Cockpits (an das kleine Lenkrad gewöhnt man sich rasch) – von vielen beneidet, von niemandem kopiert.

Dieses Vertigo-Blau steht dem e-208 sehr gut. Sexy präsentiert sich der Löwe, einer der aufregendsten Kleinwagen überhaupt! Besonders markant fallen die Tagfahrlichter aus, die wie Stoßzähne in die Frontschürze ragen.
Peugeot

Das i-Cockpit, dessen digitale Anzeigen durch die Projektion auf mehrere, hintereinander gestaffelte Kunststoffscheiben einen 3D-Effekt bekommen, ist ein Highlight im Peugeot. Das sieht nicht nur einzigartig aus, sondern ist nach Untersuchungen der Entwickler auch leichter abzulesen und spart so bei der Informationsaufnahme eine halbe Sekunde. Bei Tempo 100 legt man in dieser Zeit 15 Meter zurück.

Die Kilos mehr, die die Batterie (im Fahrzeugboden untergebracht) mitbringt, tun dem Fahrwerk gut, es federt definitiv souveräner als seine etwas holprigen Verbrennerbrüder. Tipp für das Stromsparen: Nicht mit D, sondern mit B fahren – hier wird stärker gebremst, und diese Bremsenergie kommt der Reichweite spürbar zugute. Einen One-Pedal-Effekt wie zum Beispiel beim Nissan Leaf gibt es nicht, muss aber auch nicht sein. Und damit kein Irrtum entsteht: Natürlich ginge dere-208 schneller als 150 km/h – aus Stromspargründen wird aber abgeregelt. Damit kann man aber gut leben!