Vernunft mit Spaßfaktor. Die Japaner haben den Yaris neu konstruiert, ebenso den Hybridantrieb. Optisch ist er sportlicher und pfiffiger geworden.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 05. August 2020 (03:58)

Wenn es um Automodellerneuerungen geht, sind die Zeiten der Länger-, Breiter- und Höherprämisse weitgehend vorbei. Ebenso muss es in der Kategorie Leistung nicht mehr vordergründig eine Stärkung sein, dafür eine Meisterschaft im Kapitel Verbrauchs- und Emissionsbescheidenheit. Folgend diesen Vorgaben hat Toyota den Yaris neu auf die GA-B-Plattform gestellt. Er ist dabei kürzer (um fünf Millimeter), niedriger (um 40 Millimeter) und breiter (um 50 Millimeter) geworden. Heißt: 3.940 x 1.745 x 1.500 Millimeter. Gestreckt ist der Radstand, um 50 Millimeter, auf 2.560 Millimeter. Daraus resultiert für den fünftürigen Fünfsitzer ein Kofferraumvolumen von 286 bis 947 Liter (vorher: bis 758 Liter).

Dem feschen, fast expressiven Exterieurdesign entspricht das hübsch gestaltete Interieur mit ansprechenden Materialien. Erwähnenswert sind die europäisch dimensionierten Sitzmöbel in der ersten Reihe. Die Bedienung des Informationsinstrumentariums ist gut durchschaubar, verkneift sich Verspieltheiten.

„Der neue Yaris soll an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen! Er soll in Österreich gut ein Viertel des Toyota-Gesamtvolumens ausmachen …“ Rudolf Glass, Pressesprecher Toyota Austria

Das Motorenprogramm ist diesellos – wie bei fast allen Modellen der japanischen Marke. Es besteht durchwegs aus Dreizylinderbenzinern. Einmal 1,0 Liter Hubraum und 72 PS (Fünf-Gang-Schaltung), einmal 1,5 Liter Hubraum und 121 PS (Sechs-Gang-Schaltung). Der größere Otto ist der Verbrennerpartner für den (nicht aufladbaren) Hybriden mit 116 PS Systemleistung (gekoppelt an das übliche CVT-Getriebe). Der Aufbau dieses Antriebsstranges entspricht im Prinzip dem des Vorgängers, doch ist das System laut Technikern mit neuen Komponenten komplett neu aufgebaut. Damit sollen beim Fronttriebler bis zu 80 Prozent der Stadtverkehrswege in erster Linie elek-trisch machbar sein. Als Verbrauch im Mixbetrieb verspricht man 3,8 bis 4,3 Liter Sprit pro 100 Kilometer (CO 2 : 87 bis 98 Gramm pro Kilometer).

Das klingt alles nach einem durch und durch vernünftigen Auto, das für die Stadt und für das nahe Umland gemacht ist. Und doch hat Toyota in den neuen Kleinen nicht nur optisch, mit frech-frischem Design eine gehörige Portion der hauseigenen Motorsportbegeisterung gepackt. Unter Beweis gestellt hat er das, in der Hybridantriebsversion beim ersten Probelauf in Brüssel und der nahen Umgebung, einem Terrain, das nicht durchwegs fein asphaltiert ist. Den sportlichen Anspruch untermauert das stramme Fahrwerk, das auch auf groben Fahrbahnungereimtheiten nicht zur Poltrigkeit und Stoßigkeit neigt, ebenso die direkt ausgelegte Lenkung, mit der sich es trefflich durch die auch in Belgien zahlreichen Kreisverkehre zirkeln lässt. Fein ist die Dosierbarkeit der Bremsen. Zu erwähnen ist ebenso die gute Traktion, die Vorderräder zeigen kaum Quietschtendenz, selbst wenn provoziert wird. Auf dem Weg vom Flughafen durch das Stadtzentrum nach Waterloo und retour gingen sich ca. 70 Prozent vornehmlich elektrisch aus, als Verbrauch vermeldete der Bordcomputer 4,1 Liter. Brav!

Nachfolgen wird dem City-Kompakten übrigens eine SUV-inspirierte Version namens Cross. Und auch ein Sportler – GR, für Gazoo Racing – steht am nahen Zeithorizont.