Zum 20er eine Draufgabe

Erstellt am 18. September 2022 | 05:46
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Wie auf sprichwörtlichen Schienen fräst sich die 333-PS-Ver- sion des Golf R durch die Kurven. Er spannt den Bogen zwischen Lammfrommheit und rennsportlicher Wildheit.
Foto: VW
Wolfsburg spendiert dem fünftürigen VW Golf R zum runden Jubiläum ein Leistungsplus. In der 20-Years-Edition hat der Kompakte 333 PS und ein ausgeklügeltes Allradantriebssystem.

Ein guttural rollendes R steht bei VW für Sport. Im Zentrum: der Golf. Denn der hat vor 20 Jahren den Anfang gemacht, mit einem hauseigenen Tuning, das leistungs- und performanceseitig über den GTI hinausreichte. Damals hieß der aufgeputschte Kompakte – auf Basis des Golf IV – R32. Kraftquelle war ein 3,2-Liter-V6-Benziner (daher die Ziffernkombination 32), mit 241 PS (und 320 Newtonmeter), gekoppelt an ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe oder ein Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe, kombiniert mit Allradantrieb. Er setzte sich mit sattem Durchzug und saftiger Leistungsentfaltung an die Spitze der Baureihe, lediglich das Fahrwerk agierte bei holprigen Fahrbahnzuständen mit etwas zu grimmiger Härte.

Das ist längst passé! Nicht erst seit der Gründung der Volkswagen R GmbH (2010). Anstelle des V6 verbaute man den 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo aus dem Konzernregal, nach allen Regeln der Kunst getunt und gepusht. Der verhalf auch anderen VW-Modellen zu R-Power, darunter dem Touareg, dem Scirocco und dem Golf (VI) Cabrio. Von Generation zu Generation drehten die Entwickler an der Leistungsschraube. Derzeitiger Power-Stand sind 320 PS, R-Versionen gibt es von Fünftür-Golf und Variant, Arteon Shooting Break, T-Roc, Tiguan und Touareg.

Die 20-Years- Edition des Golf R verwischt die Grenze zwischen Serien- und Rennsportfahrzeug …“ KARIN ANGERER, Pressesprecherin VW Österreich

Die Krönung jedoch gehört dem Golf. Zum 20-Jahr-Jubiläum des Power-Wolfsburgers serviert VW runde 333 PS (420 Newtonmeter), samt Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb. Der es in sich hat, mit R-Performance Torque Vectoring System, das über zwei Lamellenkupplungen an der Hinterachse die Antriebskraft variabel zwischen den Hinterrädern verteilt. Das Resultat ist schier unerschütterliche Linienstabilität.

Den Beweis angetreten ist der 20-Years-R, standesgemäß, auf dem Nürburgring. Die Nordschleifen-Rundenzeit: 7:47,31 Minuten. Wie sich der 0-auf-100-Sprint in 4,6 Sekunden anfühlt, demonstrierte der Power-Golf jetzt auch auf dem Salzburgring. Die Höchstgeschwindigkeit (270 km/h) ging sich jedoch auf dieser Strecke nicht ganz aus. Dafür hinterließ die Selbstverständlichkeit, mit der der VW seine Leistung umsetzt und mehr als dynamisch um den schnellen Kurs tanzt, besonders im Special-Modus, einen bleibenden Eindruck.