49.000 Menschen im Burgenland von Armut betroffen. Etwa 49.000 Menschen sind im Burgenland nach Schätzungen der Caritas von Armut betroffen. Diese sei oft nicht sichtbar, weil sie versteckt stattfinde, so Edith Pinter, Direktorin der Caritas der Diözese Eisenstadt, am Mittwoch.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 06. November 2019 (12:32)
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Wichtig sei vor allem die Schaffung leistbaren Wohnraumes. Miete und Energie seien beispielsweise Faktoren, die Menschen in die Armutsfalle tappen ließen.

Würde man hinausgehen in Dörfer und Menschen auf den Straßen fragen, ob sie armutsgefährdete Menschen in ihrem Bekannten- oder familiären Umkreis kennen, so würde der Großteil dies verneinen, so Pinter. "Wir wissen, dass sehr viele Leute, vor allem junge Mütter, sehr viel auf sich nehmen - nur damit sie ihre Kinder und ihre Familien über die Runden bringen."

"Und die Angst ist immer dabei" - Angst vor dem Schuldenberg, Angst, den Job zu verlieren, Angst vor Gewalttaten des Partners. Nicht selten würden junge Frauen eine Zweckbindung eingehen, um ein Einkommen zu haben und um nicht die Wohnung zu verlieren.

Caritas als "letzte Anlaufstelle"

Im Burgenland sei jeder siebente Mensch von Armut und damit einhergehend von Ausgrenzung betroffen. Wer sich an die Caritas wende, habe meist schon eine sehr lange Leidensgeschichte hinter sich, schilderte die Caritasdirektorin.

Um die vielen Gesichter der Armut anschaulich zu machen, verkörperten Darsteller Menschen, die sich an die Sozialberatungsstellen wandten - wie zum Beispiel Franz, 19 Jahre alt, arbeits- und wohnungslos sowie ohne Einkommen. Oder die 27-jährige Katharina, die allein zwei Kinder erzieht und monatlich mit 842,10 Euro auskommen muss. Und die 81-jährige, herzkranke Resi mit 924 Euro Pension, wovon sie monatlich 380 Euro für einen Kredit abzahlen muss.

Die Caritas sei für armutsbedrohte und obdachlose Menschen oft "die letzte Anlaufstelle". Pro Jahr würden im Burgenland rund 700 Personen begleitet und aus der Krise geführt. Rund 2.200 Beratungsstunden werden für diese Akuthilfe aufgewendet, erläuterte Pinter. Die Caritas werde ihr Angebot der Sozialberatungsstellen noch weiter ausbauen, auch das Angebot an Mutter-Kind-Häusern soll erweitert werden.

Der Zufluchtsraum in Eisenstadt und die Notschlafstelle in Oberwart sollen durch einen Delogierungsfonds als präventiver Ansatz ergänzt werden. Dringend gesucht würden Sponsoren und Unternehmen, die beim Betrieb von Lerncafes unterstützen, so Pinter. Neben leistbarem Wohnraum sei Lernunterstützung besonders wichtig.

Am 17. November wird anlässlich des Welttages der Armen in den katholischen Pfarren die Sammlung für Menschen in Not im Burgenland durchgeführt. Im Vorjahr wurden 96.774 Euro gesammelt. Mit 33 Euro beispielsweise sichere man einer alleinerziehenden Mutter eine Nacht in einem Mutter-Kind-Haus. Und 50 Euro könne man verwenden für einen Schlafsack als Lebensrettung für obdachlose Menschen.