7.700 Tonnen Müll auf Österreichs Autobahnen. Der Müllberg im Osten Österreichs ist trotz Lockdowns nur wenig geschrumpft. Die ASFINAG möchte mit der Kampagne „Auffüllen statt Wegwerfen“ entgegenwirken.

Von Redaktion BVZ.at und Redaktion NÖN.at. Erstellt am 05. August 2021 (09:44)
Müllsammlung
ASFINAG

Tausende Tonnen Müll fallen jedes Jahr auf den 55 ASFINAG Rastplätzen und 87 Raststationen entlang des österreichischen Autobahn- und Schnellstraßen-Netzes an.

Trotz der Lockdowns und dem damit verbundenen Verkehrsrückgang, waren es 2020 7.731 Tonnen – und damit mit einem Minus von elf Prozent, nur geringfügig weniger als noch 2019 mit 8.687 Tonnen.

Auch die Müllberge entlang der hochrangigen Strecken der drei östlichen Bundesländer Wien, Niederösterreich und des Burgenlands sind 2020 nur wenig geschrumpft. Im vergangenen Jahr verzeichnete die ASFINAG lediglich einen Rückgang von sieben Prozent.

2019 betrug das Müllaufkommen in den drei Bundesländern 2.332 Tonnen, 2020 waren es 2.170 Tonnen. Die Entsorgungskosten im Vorjahr beliefen sich auf 3,3 Millionen Euro, 2019 auf 3,6 Millionen Euro.

Zu viel Müll landet in der Natur

„Im Kampf gegen Müll und vor allem Littering besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt ASFINAG Geschäftsführer Stefan Siegele, „zu viel davon landet nämlich leider statt im Mülleimer in der Natur.“

Rund ein Viertel des jährlichen Mülls muss von den ASFINAG Mitarbeitenden der Autobahnmeistereien händisch eingesammelt werden. Unachtsam weggeworfener Müll verdreckt nicht nur die Umwelt, er kann auch gefährlich sein. Stefan Siegele: „Hohe Temperaturen können manche Materialien entfachen. Brände entlang der Strecken sind eine ganz besondere Herausforderung für unsere Teams und die Einsatzkräfte.“

Zu gefährlichen Wurfgeschossen hingegen können vor allem Plastikflaschen werden, wie Geschäftsführer Siegele weiß: „Wird eine PET-Flasche aufgewirbelt, kann das abrupte Fahrmanöver provozieren und letztlich zu Unfällen führen.“ Daher versucht die ASFINAG seit vielen Jahren, das Bewusstsein für das Thema Vermüllung zu erhöhen. Zurzeit wird etwa auf Überkopfwegweisern der Slogan „Auffüllen statt Wegwerfen“ angezeigt.

Auffüllen statt Wegwerfen

Trinkwasserstelle
ASFINAG

Eine Umfrage des TOLL TICKETS Traffic-Trendmonitors zeigt: 79 Prozent der österreichischen Urlauberinnen und Urlauber wollen 2021 mit dem Auto verreisen. Damit verbunden: eine starke Besucherfrequenz auf den 55 ASFINAG Rastplätzen und hohe Müllmengen. Deswegen fährt die ASFINAG aktuell die Kampagne „Auffüllen statt Wegwerfen“ zur Müllvermeidung.

Durch die Verwendung von wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen können Tonnen an Plastikflaschen eingespart werden. In Österreich werden pro Monat rund 133 Millionen Plastikflaschen verbraucht. Wenn nur ein Prozent davon eingespart wird, wären das 1,3 Millionen. 

Daher ist Müllvermeidung und -reduktion sowie das Verwenden von Mehrwegflaschen das erklärte Ziel dieser Kampagne. Dass der wichtige Schluck aus wiederbefüllbaren Trinkflaschen erfolgen kann, dafür sorgt Trinkwasser auf allen ASFINAG Rastplätzen.

Pilotprojekt PET-Pressen

Müllpresse
ASFINAG

Wer (noch) nicht auf Plastikflaschen verzichten kann, sollte das Plastik korrekt für ein nachfolgendes Recycling entsorgen.

Als Pilotprojekt bietet die ASFINAG PET-Containerpressen an. Die Presscontainer sorgen dafür, dass dort möglichst viel Plastik gesammelt werden kann.

Das Plastik wird vor Ort gepresst, um so mehr Mengen sammeln zu können. Der Inhalt wird um das Drei- bis Fünffache des ursprünglichen Volumens verdichtet. Im Schnitt können so vier Abholfahrten gespart werden.