Erstellt am 13. Juni 2018, 10:41

von Redaktion noen.at

Mehrköpfige Tätergruppe nach Autodiebstählen in Haft. Erfolg der burgenländischen SOKO KFZ, des Landeskriminalamtes Wien, der österreichischen Polizeibeamten im FRONTEX - Einsatz und der kroatischen/serbischen Polizeibeamten - ein bosnischer Autodieb in Haft.

Symbolbild  |  Toa55/Shutterstock.com

Die SOKO KFZ in der Landespolizeidirektion Burgenland führte umfangreiche Ermittlungen gegen eine mehrköpfige Tätergruppe aus Bosnien-Herzegowina durch. Nach den bisherigen Erhebungsergebnissen steht diese Tätergruppe im Verdacht, alleine im Jahre 2017 fünf Kfz-Diebstähle in Wien – Schadenssumme Euro 75.000.- - sowie weitere acht Autodiebstähle in Slowenien und vier in Deutschland begangen zu haben.

Beispielgebende Zusammenarbeit führte zum Erfolg!

In einer beispielgebenden Zusammenarbeit mit Bediensteten des Landeskriminalamtes Wien, österreichischen Polizeibeamten im FRONTEX-Einsatz an der ungarischen/serbischen Grenze und den kroatischen/serbischen Polizeibeamten konnten eine Vielzahl von KFZ-Diebstähle/Verschiebungen nach Bosnien nachgewiesen und tatverdächtige Personen identifiziert bzw. festgenommen werden.

Gemeinsame Ermittlungen von in- und ausländischen Polizeieinheiten führten die Ermittler auf eine wichtige Spur!

Wie auch bei Ermittlungen in zurückliegenden, bereits geklärten, Fällen nachgewiesen wurde, sind die Täter meist an den Vorabenden der eigentlichen Tat mit privaten Pkws oder als Touristen getarnt in Reisebussen nach Österreich oder Deutschland eingereist. Der Diebstahl fand mit gleichen „Modus Operandi“, wie nachstehend beschrieben, statt. Anfangs erfolgte der Abtransport der zuvor gestohlenen Fahrzeuge mit den originalen Kennzeichen. Nachdem einige Splittergruppen dieser Täterorganisation „aufgeflogen“ und festgenommen wurden, änderten die Täter ihre Taktik und die Fahrten zum Bestimmungsort ins Ausland erfolgten mit zuvor gestohlenen Kennzeichen und (übereinstimmenden) gefälschten Fahrzeugpapieren.

Im Zuge der internationalen – unter der polizeilichen Führung der SOKO-KFZ geführten - Ermittlungen konnten als Mittäter die bosnischen Staatsangehörigen, Bojan C.(35 Jahre alt), Dalibor Z (41). und Vasko Z.(33) als Tatverdächtige identifiziert werden.

Diese drei Täter stehen im dringenden Verdacht, im Jahre 2017 fünf PKWs aus Tiefgaragen und Parkplätzen in Wien – Schadenssumme Euro 75.000.- – sowie weitere acht Fahrzeuge in Slowenien und vier in Deutschland gestohlen und anschließend ins Ausland verbracht zu haben.

Gleicher Modus Operandi

Bei den Ermittlungen in zurückliegenden (bereits geklärten) Fällen, wie z.B. die Klärung von 36 Autodiebstählen einer serbischen Tätergruppe, konnten eine Vielzahl von Beweismitteln wie z.B. Computer, Drucker, gestohlene österr. Blankozulassungsscheine, Fahrzeugschlüssel, Tools zum Anlernen von Fahrzeugschlüsseln, Tools zum Öffnen von Fahrzeugen, Telefone, etc. sichergestellt werden (Presseaussendung der Landespolizeidirektion Burgenland vom  26. September 2017).

In den vorliegenden Fällen wurde der bosnischen Tätergruppe der gleiche Modus Operandi, nämlich

  • beschädigungsloses Öffnen der Fahrzeuge mittels „Schlosspicker“
  • Anlernen eines zusätzlichen Fahrzeugschlüssel (mit Öffnungsmechanismus)
  • Versperren des Fahrzeuges und Mitnahme des originalen im Fahrzeug befindlichen Zulassungsscheines
  • Anfertigung eines österreichischer Zulassungsschein, sofern dieser nicht im Fahrzeug vorgefunden wurde (mittels Software im Notebook, Spezialdrucker und in Österreich gestohlene Blankodokumente)
  • Sobald ein Fahrer in Bosnien verfügbar war, ist dieser zu einem vereinbarten Treffpunkt in Österreich oder Deutschland gereist, hat das präparierte Kfz mit den „neuen zusätzlichen Schlüssel“ in Betrieb genommen und nach Bosnien verschoben, angelastet.

Gegen die drei Tatverdächtigen wurden über Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien Europäische Haftbefehle erwirkt. Der 33-jährige bosnische Staatsangehörige Vasko Z. wurde bereits in Slowenien festgenommen. Die beiden anderen Tatverdächtigen befinden sich auf der Flucht.