Erstellt am 14. Juni 2018, 10:58

von NÖN Redaktion

Aktionsplan für Wölfe statt „Panikmache“. Schutz oder Abschuss? WWF-Organisation legt vor Treffen der Landesagrarrefenten Forderungskatalog vor. Jäger- und Bauernvertreter würden „Stimmung gegen den Wolf“ machen.

Der böse Wolf ist gar nicht so böse  |  APA (dpa)

„Weitere Wolfsrudel werden sich in Österreich ansiedeln“, prophezeit Christian Pichler. Der Wolfs-Experte bei der WWF-Organisation rechnet mit dieser Entwicklung, weil zuletzt von Agrarministerin Elisabeth Köstinger und seitens der EU der Schutzstatus für den Wolf in Europa klargestellt worden sei. Derzeit gebe es jedoch statt Lösungen in Österreich „eher Panikmache“.

Deswegen legte der WWF am Donnerstag in Wien einen 5-Punkte-Aktionsplan vor, um das Reißen von Schafen und damit Abschüsse von Wölfen zu vermeiden. Die Präsentation erfolgte bewusst einen Tag vor der Sitzung der Agrarlandesräte am morgigen Freitag im burgenländischen Stegersbach.

21 Schafe wurden im Vorjahr gerissen

Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll, der keinen Platz für den Wolf in Österreich sieht und Landwirtschaftskammerpräsident Hermann Schultes wurde vorgeworfen, sie machten „sogar gezielt Stimmung“ gegen den Wolf. Die Bevölkerung sei nicht ausreichend vorbereitet, ein seit 2012 geltender Managementplan nicht entsprechend umgesetzt worden. Laut Pichler gibt es nach Schätzungen 17 bis 20 Wölfe in Österreich, damit sei Österreich „fast noch wolfsfrei“. 21 Schafe von 260.000 Tieren auf Almen seien 2017 gerissen worden.

Der Aktionsplan sieht einen besseren Herdenschutz vor allem für Schafe vor, weiters rasche Entschädigung bei Tötung von Nutztieren, verstärktes Monitoring von Wölfen, seriöse Information sowie bessere Zusammenarbeit der Bundesländer.

Schafbauer empfiehlt Ausbau des Herdenschutzes

Unterstützung kam von Willi Klaffl, einem Schafhalter mit Stallungen in der Gegend Krems/Langenlois. Nur rund 30 Kilometer Luftlinie von Allentsteig entfernt, wo ein Wolfsrudel vermutet wird. Er beklagte zum Umgang der Landwirtschaft mit Wölfen: „Außer endlosen Diskussionen und Gutachten hat sich nicht viel getan.“

Angesichts des Schutzstatus des Wolfes bleibe Schafbauern gar nichts anders übrig, als den Herdenschutz zu verbessern, betonte Klaffl. Neben Hunden und Elektrozäunen rechnet er fest damit, dass auch neue technische Hilfen künftig genützt werden, etwa Drohnen.

„Der Wolf hat hier sehr wohl seinen Platz“

Franz Puchegger, Obmann des ökologischen Jagdverbandes, beklagte, dass es in Österreich zuviel Schalenwild gebe. Im Kontrast zu Landesjägermeister Josef Pröll meinte Puchegger zudem: „Ich glaube, dass der Wolf hier sehr wohl seinen Platz hat.“