Heuer mehr Müll auf Burgenlands Straßen. Bereits ins elfte Jahr geht im Burgenland ab Montag die Aktion "Sei keine Dreckschleuder - Straßengräben sind keine Mülldeponie". Ziel ist es, damit das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu schärfen und den Müll, der in den Straßengräben entsorgt wird, zu reduzieren, hieß es bei der Präsentation am Freitag in Eisenstadt. Während des Lockdowns im Frühjahr hatten die Projektpartner die Beobachtung gemacht, dass das Müllaufkommen auf Burgenlands Straßen stark zugenommen habe.

. Erstellt am 25. September 2020 (14:42)
Illegalen Müllablagerungen - ein großes Problem im Burgenland.
NOEN, Samwald

In den Jahren 2018 und 2019 hingegen hatte sich das Müllaufkommen nicht wesentlich verändert. Die heurige Zunahme sei trotz Ausbleibens der Touristen und des Wegfalls des Transitverkehrs erfolgt. Das Problem sei somit hausgemacht, waren sich die Organisatoren bei der Präsentation der diesjährigen Aktion einig. "Sei keine Dreckschleuder" ist eine Initiative von ORF Burgenland und der Landesstraßenverwaltung in Zusammenarbeit der Landesumweltanwaltschaft und dem Burgenländischen Müllverband.

In den zwei Aktionswochen - vom 28. September bis 11. Oktober 2020 - wird der ORF Burgenland in seinen drei Medien die Initiative mit Spots, Beiträgen und Berichten begleiten. Mit Unterstützung der Bildungsdirektion und der Gemeinden wolle man im kommenden Frühjahr auch die Schulen einladen, mit eigenen kreativen Beiträgen die Aktion zu unterstützen, so Verkehrslandesrat Heinrich Dorner (SPÖ).

In Zeiten des Lockdowns habe sich gezeigt, dass die Schließung von Sammelstellen in Kombination mit den höheren Aufenthaltszeiten zu Hause eine Steigerung des Mülls in der Umwelt zur Folge hatte, schilderte Landesumweltanwalt Michael Graf. Die Kosten für das Reinigen der Straßen und der Landschaft würden jährlich einen Millionensumme betragen. "Österreichweit sind es circa 120 Millionen Euro", so die Obmänner des Burgenländischen Müllverbandes (BMV), Michael Lampel und Josef Korpitsch. Um die Finanzen der öffentlichen Dienstleiter, der Abfallwirtschaftsverbände etc. nachhaltig entlasten zu können, wäre die Einführung von Pfandlösungen für Plastik- und Metallgetränkeverpackungen zu forcieren.

Der ORF als mediale Plattform widme sich dem Thema erneut in zwei Schwerpunktwochen und biete dem Thema somit eine breite Öffentlichkeit, sagte ORF-Landesdirektor Werner Herics: "Mit der Initiative 'Sei keine Dreckschleuder' wollen wir gemeinsam mit den Projektpartnern Bewusstsein schaffen und eine Verhaltensänderung bewirken."