Erstellt am 14. März 2018, 14:25

von Redaktion noen.at

Louis Vuitton nimmt Burgenlands Konditoren ins Visier. Der internationale Modekonzern Louis Vuitton droht burgenländischen Konditorbetrieben mit einer Klage wegen Markenrechtsverletzungen. Der Grund: Das Backen von Torten in Form von Louis Vuitton-Taschen mit den darauf abgebildeten geschützten Markenzeichen des bekannten Modelabels.

Einen Anwaltsbrief mit bösen Überraschungen erhielt auch die Jungunternehmerin Vanessa Hagen aus Mattersburg.  |  WKB

Kuchen und Torten mit besonderen Motiven oder Designs liegen derzeit voll im Trend. Eine Handtasche von Louis Vuitton gilt bei Frauen als beliebtes Accessoire. Grund genug, dass sie als Motiv bei Konditoren für Torten und Süßspeisen oftmals von Kunden bestellt werden. Was vor einigen Jahren kaum in Betracht gezogen wurde, wird in Zeiten der sozialen Medien nun zum Verhängnis für heimische Betriebe.

Im Internet werben zahlreiche Unternehmen mit Torten im Handtaschendesign. Im Kampf um Markenrechte setzt das französische Modelabel nun zahlreiche Konditorenbetriebe mit Anwaltsbriefen und einer angedrohten Unterlassungsklage unter Druck. Gedroht wird mit einer kostspieligen Klage, falls nicht eine Unterlassungserklärung unterschrieben und Betreibungskosten von rund 2.000 Euro bezahlt werden. Einen Anwaltsbrief mit bösen Überraschungen erhielt auch die Jungunternehmerin Vanessa Hagen aus Mattersburg.

Insgesamt drei Betriebe aus dem Nordburgenland betroffen

„Sie hat sich an unser Rechtsservice gewandt und ist glücklicherweise noch mit einer Abmahnung davongekommen“, erklärt Wirtschaftskammerpräsident Ing. Peter Nemeth. Er rät Unternehmen, in jedem Fall sich an die Wirtschaftskammer zu wenden, um bei derartigen Vorfällen rechtlichen Beistand zu erhalten.

Neben Vanessa Hagen sind schon zwei weitere Betriebe aus dem Nordburgenland mit Abmahnungen durch Louis Vuitton betroffen. Die Wirtschaftskammer rät zur Vorsicht. „Wir empfehlen Fotos von markenrechtlich bedenklichen Produkten sofort von Homepages und sozialen Netzwerken zu entfernen, um nicht auch rechtlich belangt zu werden. Darüber hinaus ist oftmals selbst die Herstellung derartiger Produkte nur mit Zustimmung des Markeninhabers zulässig“, so Thomas Ehrenreiter vom Kompetenz-Center Recht und Service von der Wirtschaftskammer Burgenland.