Rohrbach bei Mattersburg , Mattersburg

Erstellt am 03. Januar 2019, 03:18

von Vanessa Bruckner

Sternsingen als königliche Familientradition. Der Opa war bei den Ersten dabei. Heute ziehen die Enkerl als „Caspar, Melchior und Balthasar“ von Haus zu Haus. Gutes Tun über Generationen – eine Weihnachtsgeschichte.

Drei Generationen, eine Herzensangelegenheit. Die Familie Heidenreich in ihrer liebsten Mission– als Sternsinger. Der Opa zog bereits als Bub im Jahr 1956 von Haus zu Haus. Die Tradition wird in der Familie seither weiter aufrechterhalten.  |  zVg

„Die Schneewehen waren damals so hoch, da hat man uns Heiligen Drei Könige gar nimmer gesehen“, erinnert sich Opa Josef Heidenreich. Damals, das war 1956 und damals, da war der Opa 10 Jahre jung und in der Nachkriegszeit mit bei den ersten Sternsingern überhaupt dabei.

„Einmal waren die Straßen so spiegelglatt, dass wir mehr geschlittert und geflogen als gelaufen sind.“Juliana Tretzmüller lachend

Die Tradition der Sternsinger, bei denen Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt von Haus zu Haus ziehen, um die Frohe Botschaft von der Geburt Jesu und den Segen für das neue Jahr zu überbringen, gibt es seit 1954. Heute ist Opa Heidenreich 72 Jahre alt und blickt stolz auf seine Kinder und Enkerl – die nämlich waren und sind allesamt ebenfalls als Sternsinger unterwegs. Tochter Juliana Tretzmüller und ihre Brüder Rainer und Simon Heidenreich taten es ihrem Vater gleich.

Heute können die Geschwister, die mittlerweile 40, 43 und 46 Jahre alt sind, auf einige lustige Geschichten als Caspar, Melchior und Balthasar zurückblicken. „Einmal waren die Straßen so spiegelglatt, dass wir mehr geschlittert und geflogen als gelaufen sind. Dabei haben wir das ganze Weihwasser, mit dem wir eigentlich die Häuser segnen sollten, verschüttet“, erinnert sich Juliana Tretzmüller lachend.

Jetzt ist bereits die dritte Generation der Familie im Sinne der guten Sache und Frohen Botschaft unterwegs. Der 12-jährige Niklas sagt: „Sternsingen macht mir großen Spaß, weil ich mit meinen Freunden unterwegs bin und viele Leute im Ort besuche. Die Menschen, die wir besuchen, freuen sich wirklich immer, uns zu sehen. Und außerdem sammeln wir Geld, mit dem vielen armen Menschen auf der Welt geholfen werden kann.“ Und auch der Sternsingernachwuchs im Hause Heidenreich steht bereits in den Startlöchern.

Jakob, vier Jahre jung, übt schon fleißig Lieder und Sprüche, damit auch er einmal in die Fußstapfen von Opa, Mama, Schwestern und Cousins treten und als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen kann.