Vorbereitungen für Jubiläumsausstellung laufen. Vorbereitungen für Jubiläumsausstellung auf Burg Schlainig, bei der großer Wert auf Interaktivität gelegt wird, laufen auf Hochtouren. Eröffnung für Juni geplant.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 21. Januar 2021 (05:13)
Vorbereitungen für Jubiläumsschau. Die Maßnahmen zur Renovierung von Burg Schlaining befinden sich auf der Zielgeraden, das Konzept zur Jubiläumsausstellung „100 Jahre Burgenland“ steht, berichtet „Burgherr“ Norbert Darabos. Unter dem Motto „Wir machen Geschichte!“ sind alle BurgenländerInnen sowie alle, die einen besonderen Bezug zum Land haben, eingeladen, an der Gestaltung der Ausstellung aktiv mitzuwirken und Schätze aus ihren Familienalben und Privatarchiven, wie Fotos, Filme, historische Briefe, Postkarten und Tagebücher auf wir sind100.at hochzuladen.
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Auf 1.300 Quadratmetern, mit 180 Vitrinen und 30 Multimedia-Stationen will die Jubiläumsausstellung anlässlich „100 Jahre Burgenland“, die im Sommer auf der Burg Schlainig eröffnet werden soll, die Geschichte des Landes erzählen. Während in der Burg noch die Bauarbeiter an deren Renovierung und damit auch an den Ausstellungsräumlichkeiten arbeiten, liegt das umfassende Konzept für die Ausstellung bereits vor, für die Oliver Rathkolb, Vorstand am Institut für Zeitgeschichte an der Universität Wien, als Kurator und Christof Cremer als künstlerischer Leiter und Ausstellungsgestalter gewonnen werden konnten.

Schon im Eingangsbereich zur Ausstellung werden alle 171 Gemeinden Landes dargestellt werden, wie „Burgherr“ Norbert Darabos, verrät. Die Ausstellung selbst, die sich über drei Stockwerke erstreckt und dennoch barrierefrei zugänglich sein wird, möchte einen Bogen spannen von der Entstehung des Burgenlandes und den Ereignissen im Jahr 1921 bis zur heutigen burgenländischen Identität. „Wir wollen die Erfolgsgeschichte des Burgenlandes vom Armenhaus zum Vorzeigebundesland darstellen, aber nicht propagandistisch, sondern so wie es die Fakten hergeben und, dass jeder die Ausstellung spannend findet und etwas mitnimmt“, so Darabos. „Darüber hinaus soll die Identität des Landes dargestellt werden – einerseits in einem historischen Konnex und andererseits, was die Leute betrifft.“ Die Bandbreite der Themen wird dabei vom Bildungsbereich über das Vereinswesen bis zur Musik und von 100 historisch relevanten Plätzen wie Ödenburg, wo die Volksabstimmung stattgefunden hat, oder Bad Sauerbrunn als erster Landeshauptstadt über die politische Geschichte bis hin zu den Opfern des Nationalsozialismus und dem Roma-Attentat reichen. „Wir wollen nichts verschweigen“, so Darabos. Ein breiter Raum soll generell allen Volksgruppen – der deutsch-, der kroatisch-, der ungarischsprachigen und den Roma – eingeräumt werden, was sich auch in der Ausstellungskonzeption widerspiegeln wird. Neben Deutsch und Englisch werden sich auch alle Volksgruppensprachen in der Erklärung der Ausstellung wiederfinden – sowohl textlich in Übersetzungen als auch bei den Audioguides.

„Wir müssen auch Mut zur Lücke haben, alles schaffen wir nicht.“

„Burgherr“ Norbert Darabos

Während man letzteren lauscht, wird man in der Ausstellung beispielsweise auch Persönlichkeiten aus dem Jahr 1921 in Form von Hologrammen begegnen können. Wichtig war es den Verantwortlichen nämlich auch viele multimediale Elemente in die Ausstellung einzubinden, wo man selbst aktiv werden und „sich unterhalten“ kann. So soll es etwa ein digitales Buch geben, das es durch einen Klick auf ein Bild erlaubt, etwas zum abgebildeten Ereignis nachzulesen oder eine Multimedia-Station, an der man sich anhand einiger eingegebener Charaktereigenschaften ein Porträt von sich selbst erstellen lassen kann, das sich aus Obst, Gemüse und Blumen zu einem Kopf zusammenfügt.

Auch besondere Ausstellungsstücke wird es geben wie etwa einen Originalvertrag von Trianon, Originale der Venediger Protokolle oder das Gewehr von Schattendorf und Schmankerl wie das Foto einer Taucherin, die 1989 als die Grenze noch nicht offen war, im Neusiedler See von Ungarn ins Burgenland getaucht ist.

Die Ausstellung wird zwei Jahre zu sehen sein, danach soll diese von Darabos in ein Haus der Zeitgeschichte überführt werden. Stolze 1,3 Millionen Euro werden investiert. „Die finanziellen Mittel, die das Land in Hand nimmt, um die Geschichte darzustellen, sind nicht selbstverständlich“, betont Darabos, ist aber überzeugt: „Das hat sich das Burgenland zum 100er verdient.“