Kultursommer Güssing nun Teil der Kultur-Betriebe . Nun ist auch der Kultursommer Güssing unter das Dach der Kultur-Betriebe Burgenland (KBB) geschlüpft. Dies bedeute unter anderem, dass seit 1. Oktober sämtliche administrative Tätigkeiten von der KBB abgewickelt werden, erläuterte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) bei der Präsentation am Mittwoch in Eisenstadt. Frank Hoffmann bleibt Intendant des Kultursommers und erhält einen auf zwei Jahre befristeten Vertrag bei der KBB.

und APA / BVZ.at. Erstellt am 07. Oktober 2020 (13:34)
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Die bereits vor einiger Zeit neu definierte Strategie der Kultur Burgenland gehe in die Richtung, dass man versuche, "eine gewisse Basis für den burgenländischen Kultursommer, für die burgenländischen Kulturevents zu schaffen", so Doskozil. Man versammle wichtige Standorte in der KBB. Damit soll für diese etwa die Jahr für Jahr erforderliche Suche nach Sponsoren und das Bemühen um Landesförderungen wegfallen.

Die Intendanten könnten sich dann vor Ort wirklich darum kümmern, "was passiert kulturell, was soll inhaltlich gespielt werden, wie läuft die Inszenierung, wie geht es mit diesem Standort inhaltlich weiter." In einem ersten Schritt sei das mit Schloss Tabor in Jennersdorf bereits gelungen.

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Mit der neuen Lösung werde Hoffmann auch befreit, sich darum zu kümmern, ob Förderungen des Landes fließen: "Das ist damit obsolet", sagte Doskozil. Der künstlerische Bereich leide sehr stark unter der Corona-Situation, weil es keine Veranstaltungen gebe und habe auch finanziell einen großen Druck.

Dass Hoffmann in den vergangenen Jahren das Publikum in Güssing begeistert habe, zeigten die Zahlen und die Akzeptanz sowie, dass sehr viele Freiwillige bei seinen Produktionen mitmachten. "Wir wollen den Menschen der Region eine sichere Basis bieten. Aber das Kulturleben, diese Inszenierung, wie sie bis dato stattgefunden hat, soll erhalten bleiben", betonte Doskozil. Er hoffe, dass das im nächsten Jahr auch wieder zu normalen Rahmenbedingungen gelingen werde.

"Ich bin ab jetzt befreit von ökonomischen Sorgen, ich bin befreit von wirtschaftlichen Angelegenheiten, ich bin befreit vom Ticketing", stellte der Güssing-Intendant fest. Das enthebe ihn nicht der Planung, was im kommenden Jahr gespielt werde. Nächstes Jahr steht beim Kultursommer Güssing "Arsen und Spitzenhäubchen" auf dem Spielplan.

Verbindung in Landessüden weiter aufgewertet

Durch die Eingliederung in die Kulturbetriebe Burgenland werde die Verbindung in den Landessüden weiter aufgewertet und man erhalte ein bekanntes und renommiertes Festivalstandbein mehr, sagte KBB-Geschäftsführerin Barbara Weißeisen-Halwax. Sie freue sich schon auf die Zusammenarbeit und auf die Weiterentwicklung der bekannten Marke Kultursommer Güssing.

Man habe sich im Kulturbereich vorgenommen, in dieser Legislaturperiode zwei Meilensteine zu realisieren, erläuterte der Landeshauptmann: Einerseits gehe es darum, ein Kulturzentrum im Bezirk Neusiedl am See zu etablieren. Dazu gebe es wieder Gespräche mit den Gemeindevertretern in Kittsee: "Möglicherweise gelingt das. Wenn nicht, dann müssen wir uns einen anderen Standort suchen."

Das zweite Projekt sei in Güssing, wo man die Bevölkerung des Bezirkes mit einbinden und fragen wolle, ob die Burg hergerichtet und als Veranstaltungszentrum genützt oder ob - wie es in Mattersburg stattfinde - das Kulturzentrum renoviert werden soll. Aktuell würden beide Projekte ausgearbeitet, damit man sie auch der Bevölkerung zeigen könne. Er gehe davon aus, dass man am Ende des ersten Quartals eine Entscheidung haben werde, so Doskozil.