Stampfende Beats und Vorfreude zum Frequency-Start. Sonnenschein, stampfende Beats und ein Festivalgelände, das sich an etlichen Ecken erneuert zeigt: Am Donnerstagnachmittag startete das Frequency-Festival in St. Pölten bei besten Bedingungen. Während der französische DJ Hugel auf der mächtigen Space Stage erste musikalische Akzente setzte, wurde schon vielfach vom gar nicht so geheimen Headliner gesprochen: Billie Eilish.

Von APA, Redaktion. Update am 15. August 2019 (22:07)

Ein guter Teil der tausenden Besucher ist am ersten Tag wohl gekommen, um der Darbietung der jungen US-Amerikanerin beizuwohnen - zumindest wenn man danach geht, wie oft ihr Name am Gelände zu hören war. Immerhin hat Eilish mit ihrem heuer veröffentlichten Debüt "When We All Fall Asleep, Where Do We Go?" nicht nur die Kritiker überzeugt, sondern dank ihres sehr zeitgemäßen Popentwurfs unzählige junge wie ältere Fans für sich gewonnen. Diese müssen sich vorerst aber noch ein bisschen gedulden, denn zuerst gilt es noch, das "Vorprogramm" mit dem südafrikanischen Sänger Jeremy Loops oder dem jungen Iren Dermot Kennedy zu absolvieren.

Im Unterschied zu diesen Singer-Songwriter-Tönen regierte auf der Green Stage am Donnerstag König Hip-Hop, vorwiegend deutscher Machart. Nach dem US-Act Dounia, die mit einer Mischung aus R'n'B und Pop das bunte Treiben eröffnete, waren nämlich Künstler wie Finch Asozial (der Name darf als Programm verstanden werden), Greeen oder der stets abliefernde Dauerbrenner Dendemann angesagt. Ein durchaus humoristisch angehauchter Abschluss ist schließlich von Alligatoah zu erwarten.

Apropos Schlusspunkt: Ein solcher ist das Frequency heuer für die deutsche Brassband Moop Mama, die in St. Pölten ihre Festivalsaison beschließen wird. "Ende Mai haben wir mit den Shows angefangen, danach gab es nur ganz wenige freie Wochenenden. So ging es eigentlich durch bis jetzt", erzählte Posaunist Peter Palmer. Und die Gefühlslage nun? "Ein bisschen gemischt", lachte der Musiker. "Am Frequency fühlst du dich ja immer wie ein kleiner Schulbub. Die Mainstage war ja schon das letzte Mal, als wir hier waren, riesig. Andererseits ist man natürlich auch müde mittlerweile."

"Sobald es los geht, ist für uns klar: Und jetzt Vollgas!"

Dass der Abschluss einer Tour nicht ganz alltäglich ist, wissen Moop Mama auch. "Da kann es schon passieren, dass der Stagemanager mit Schnaps auf die Bühne rennt", grinste Trompeter Menzel Mutzke, schob aber gleich nach: "Ich glaube nicht, dass wir das heute machen. Wir wollen ja gut abliefern. Aber danach kann man sicher feiern." Was für das Publikum natürlich schon davor gilt, sind Moop Mama doch Garanten für energiegeladene Shows, bei denen das Tanzbein ordentlich bedient wird.

In Stimmung ist die zehnköpfige Gruppe ohnehin immer. "Festivals sind dennoch spannend, weil du meist drei Tage am Stück spielst, dann hast du wieder fünf Tage Pause", sinnierte Mutzke. "Da kommst du schon aus dem Modus, weshalb der erste Gig meist gar nicht so einfach ist." Aber egal ob Festival oder doch Headlinertour - sobald der erste Fuß auf die Bühne gesetzt wird, wisse man, was zählt, wie Palmer zu verstehen gab. "Sobald es los geht, ist für uns klar: Und jetzt Vollgas! Klappt auch immer."

Bleibt noch die Frage nach dem leiblichen Wohl, die bei Festivals ja keine unwichtige ist. "Hier bist du wie auf einer Insel, da bekommst du das Leben drum herum gar nicht wirklich mit", sagte Palmer. "Deshalb bist du dem auch irgendwie ausgeliefert. Beispielsweise, was das Catering betrifft. Das heißt jetzt nicht, dass wir Kaviar oder so was brauchen. Aber wenn dann nur ein paar Wiener warm gemacht werden... Warte mal, sagt ihr auch Wiener?" Woraufhin sein Kollege lachend einwarf: "Nein, das sind hier ja Frankfurter." Man merkte schnell: Für den Gig auf der Weekender Stage zu späterer Stunde sollte im Hause Moop Mama zumindest der Schmäh wie am Schnürchen laufen.

ÖAMTC-Pannenhelfer verzeichneten erste Einsätze

Die Anreise zum Frequency-Festival ist ohne Probleme verlaufen. "Die Anfahrt läuft gut, es gab bisher keine längeren Staus", berichtete ÖAMTC-Sprecherin Romana Schuster. Der Autofahrerclub verzeichnete am Mittwoch und Donnerstag bereits die ersten Einsätze auf der Autobahn und am Gelände.

Der ÖAMTC wurde u.a. wegen leerer Batterien, verlorener Autoschlüssel und schadhafter Reifen zu Hilfe geholt. Größere Einsatze gab es bisher nicht. Viele Besucher waren bereits bis am Mittwoch angekommen. Zäh fließenden Verkehr gab es laut der Sprecherin immer wieder in der Nähe des Festivalgeländes, etwa auf der Harlander Straße.

Gute Stimmung herrschte am Donnerstag bei sonnigem Wetter auch auf den Campingplätzen. Viele Gäste nutzten die Traisen zum Abkühlen.