Wirbel um Grauszer-Nachfolge. Seit Sommer herrscht Aufregung um die Nachbesetzung des Amtes von Manfred Grauszer. Der Präsident des Landesverwaltungsgerichts geht mit Jahresende in Pension. Nun sind neue Vorwürfe aufgetaucht.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 03. Dezember 2018 (15:55)
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Landesverwaltungsgerichts-Präsident Manfred Grauszer
LVWG

Bereits die Ausschreibung für den Posten des Präsidenten des Landesverwaltungsgerichts (LVwG) sorgte für Diskussionen. Die ÖVP warf der SPÖ vor, die Ausschreibung für die Nachfolge von Amtsinhaber Manfred Grauszer einer bestimmten Person auf den Leib zu schneidern: der Büroleiterin von Landeshauptmann Hans Niessl, Christina Krumböck. (Die BVZ hat berichtet.)

Eine Einladung Grauszers zu einer Pressekonferenz am morgigen Dienstag, 4.12., heizt die Diskussion neu an. Grauszer spricht darin von einem Schaden für das LVwG durch das "mehrfach fehlerhafte Auswahlverfahren". Dieses "zielt erkennbar darauf ab, die Büroleiterin des Landeshauptmannes als meine Nachfolgerin zu bestimmen." 

"Sie hat auch weit weniger einschlägige Berufserfahrung mit verschiedenen Verwaltungsverfahren als zahlreiche Mitbewerber, die zudem seit Jahren oder Jahrzehnten Richter sind." 
Manfred Grauszer über Christina Krumböck

Frau des Amtsinhabers hat sich auch beworben

Genau dieser Satz sorgt nun für eine schiefe Optik: Ebenfalls auf der Bewerber-Liste steht nämlich auch die Frau von Amtsinhaber Grauszer. Ein Problem sieht der Noch-Präsident aber nicht: "Es haben sich alle fachlich geeigneten Mitarbeiter aus meinem Team beworben, so auch meine Frau. Sie rechnet aber nicht mit einer Bestellung."

Rätsel um Dreierkommission

Ebenfalls Rätsel wirft eine Dreierkommission auf, bei der die Bewerber vorsprechen mussten. Deren Leiter, Landesgerichtspräsident Karl Mitterhöfer, spielt die Bedeutung dieser Kommission auf BVZ-Nachfrage herunter: "Die sogenannte "Dreierkommission" dient nur der Verbreiterung der Entscheidungsgrundlage zur Beurteilung der Qualifikation der Bewerber. Die tatsächliche Reihung wird dann selbstverständlich von der gemäß Paragraf 21 Landesverwaltungsgerichtsgesetz vorgesehenen Objektivierungskommission vorgenommen."