Leid und Freud‘ eng beieinander. Über Rücken- und Gegenwind bei der Landtagswahl.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 04. Dezember 2019 (06:24)

Gerade wir Burgenländer wissen ja nur zu gut, wie man mit starkem Wind umgeht. Und wir haben auch gelernt, ihn bestens einzusetzen. Nicht nur am Neusiedler See beim Surfen oder Segeln, sondern auch mit hunderten Windrädern im ganzen Land für erneuerbare „grüne“ Energie.

Stürmisch geht es auch jetzt im Wahlkampf für die Landtagswahlen am 26. Jänner 2020 zu. Allerdings ist dieser Wind in zwei Lager geteilt: Die ÖVP und die Grünen erhalten jede Menge Rückenwind aus Wien. Sieht man sich die jüngsten Umfragen an, so steht eine mögliche Türkis-Grün-Regierung ganz oben am Wunschzettel der Österreicher. Auch die jüngsten Wahlergebnisse in der benachbarten Steiermark unterstreichen den fortlaufenden Trend hin zu der ÖVP und den Grünen.

In gleicher Stärke, nur in umgekehrter Form, nämlich als Gegenwind, müssen sich SPÖ und FPÖ herumschlagen. Da überschlagen sich fast täglich die Meldungen seitens der Bundesparteien, was die burgenländischen Parteifreunde die Hände über den Kopf zusammenschlagen lässt. Dass gerade die sozialdemokratische Bundespartei vor Weihnachten 27 Mitarbeiter entlässt – und das noch dazu per E-Mail – kann man als Wahlkampfstratege einer anderen Partei gar nicht erfinden.

Und bei den Blauen ist die Debatte um den Parteiausschluss von HC Strache übers Wochenende zur eigenen Posse geworden. Im Burgenland hat Landesvize Hans Tschürtz bis zuletzt zu seinem „Freund“ Strache gehalten. Ob ihm diese Konstanz im privaten Bereich politisch hilft, darf jedoch angezweifelt werden.

Die SPÖ-Burgenland hat sich längst von der Bundespartei gelöst und setzt alles auf eine einzige Karte: Hans Peter Doskozil.