Tschürtz: Buhmann oder Hans im Glück?. Über die Kanzler-Ansage des FPÖ-Chefs und den „Plan“ dahinter.

Von Markus Stefanitsch. Erstellt am 14. August 2019 (06:44)

Hans Tschürtz kämpft um den Verbleib in der Landesregierung. Der Landesvize und Chef der FPÖ Burgenland war zuletzt mit seinem „Wunsch“ nach Doskozil als Bundeskanzler in einer rot-blauen Koalition groß in den österreichweiten Schlagzeilen. Im BVZ-Sommergespräch schwächte er etwas ab und nannte auch Norbert Hofer, der ebenso Kanzler werden könnte. Tschürtz erntete für seine Aussagen viel Spott und Häme – auch parteiintern.

Nicht nur ideologisch, sondern auch nach dem Stand der Meinungsumfragen sei das Szenario des FPÖ-Chefs völlig unrealistisch und hanebüchen, kritisierten viele Politiker und Politikberater. Außerdem musste Landeshauptmann Hans Peter Doskozil – zum wiederholten Male – ausrücken, um klarzustellen, dass er auf jeden Fall Landeshauptmann im Burgenland bleiben möchte.

Dennoch, Hans Tschürtz kann man inhaltlich oder in manchen Sachfragen kritisch gegenüberstehen, aber einen Fehler sollten seine Gegner nicht machen: Ihn politisch zu unterschätzen. Denn letztendlich hat er nur ausgesprochen, was sich nicht nur viele FPÖ-Wähler, sondern vor allem auch viele SPÖ-Wähler wünschen würden. Auf den ersten Blick hatte es zwar den Anschein, als würde er mit der Aussage dem SPÖ-Koalitionspartner einen Bärendienst erweisen.

Unterm Strich bleibt aber beim Großteil der Wähler hängen, dass „unser“ Landeschef auch den Bundeskanzler machen könnte. Und Tschürtz weiß, dass der riesige türkise Vorsprung schmilzt und bis zur Wahl noch viel passieren kann. Rot-blau ist zwar sehr unrealisitisch, aber ganz abschreiben sollte man dieses Szenario nicht. Dann würde der FPÖ-Chef vom Buhmann schon bald wieder zum Hans im Glück.