„Neue Burgenländer“ zieht‘s in den Norden. Während nach Oberwart fast nur Menschen aus der Region ziehen, verzeichnen Eisenstadt, Neusiedl und Güssing die meisten Zuzüge von außerhalb. Zu diesem Aufreger-Thema wollen wir von unseren Leserinnen und Lesern die Meinung erfahren.

Von Wolfgang Millendorfer und Markus Wagentristl. Erstellt am 27. November 2018 (16:04)
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Migration im Burgenland, Daten: Statistik Austria, Addendum, BVZ; Grafik: Bischof, NÖP
Gerald Bischof

Aufreger-Thema Zuzug und Abwanderung

Mit Daten der Statistik Austria und der Rechercheplattform Addendum arbeitet die BVZ gerade an einer Aritkel-Serie zum Thema „Landflucht oder Flucht aufs Land?“ Bereits erschienen:

Wie wir in unserer aktuellen Ausgabe anhand von Zahlen der vergangenen 15 Jahre zeigen, verbuchen die Bezirkshauptstädte Eisenstadt und Neusiedl am See – aber auch Güssing – die meisten Zuzüge von außerhalb. Mattersburg, Oberpullendorf, Oberwart und Jennersdorf ziehen wiederum die meisten Burgenländer an (siehe Grafik). Im Mittel- und Südburgenland werden auch die wenigsten Abwanderungen verzeichnet.

In der ersten Dezember-Ausgabe widmen wir uns der Abwanderung von jungen Burgenländern und wie viele davon wieder in Ihre Heimatgemeinde zurückkehren.

Die Leserinnen und Leser am Wort

Das Thema regte auch die Leserinnen und Leser der BVZ zu Diskussionen an. Wie berichtet, verbuchen vor allem die nördlichen Bezirke des Landes – und insbesondere Neusiedl am See – die höchsten Zuwächse.
Mit einem Leserbrief wandte sich Tina Richter, eine Leserin aus Neusiedl am See, an die BVZ:

„Der Sturm aufs Land ist bei uns so richtig spürbar. Unangenehm spürbar. Wir werden immer mehr zum Speckgürtel der scheinbar so schnell zu erreichenden Großstadt. Den Süden hat man Jahrzehnte lang links liegen gelassen.“ 
Leserbrief von Tina Richter aus Neusiedl

Auf Facebook war unser Posting dazu eines der meistgelesenen. Die meisten Likes bekamen hier User, die sich über die Ungleichbehandlung des Südburgenlandes beschweren:

 "Noch mehr Geld würde ich im Norden investieren (Achtung Sarkasmus)" Facebook-User Andreas Grosz 

"Jennersdorf: die Jungen ziehen weg weil es keine qualifizierten Arbeitsplätze gibt, irgendwelche (...) aus den Städten bauen sich Häuser die absolut nicht ins Landschaftsbild passen und mauern sich dort ein." User Josef Kropf 

Die meisten User geben der schwachen Infrastruktur im Süden und der Zentrierung der Politik auf Eisenstadt die Schuld:

"Die ganze Infrastruktur (Bahn und Straße) gehört ausgebaut und es kann nicht sein das sich alles (Behörden, Landesstellen, Landesnahe Betriebe) fast ausschließlich nur in Eisenstadt konzentriert sind. (...)" User Thomas Oswald

Während auch aus dem Mittelburgenland ähnliche Beschwerden kommen, sind viele Nordburgenländer alles andere als froh über den vielen Zuzug:

"nojo, so guat is der viele zuzug a wieder net ..... der verkehr im bezirk neusiedl is mittlerweile a krampf!" User Kurt Kuka

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