Burgenland-Besuch: Schramböck für Digital-Offensive. Bei ihrem Burgenland-Besuch stellte die Ministerin für Digitalisierung, Margarete Schramböck (ÖVP), ihre Initiativen vor und warb um Teilnahme der Burgenländer.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 05. Dezember 2018 (20:49)
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Margarete Schramböck, Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Österreich, stellte bei ihrer Burgenland-Reise mit ÖVP-Burgenland-Chef Thomas Steiner ihre Digitalisierungs-Offensive vor.
Wagentristl, BVZ

Café Digital soll Senioren fit fürs Internet machen

Während im digitalen Vorreiterland Dänemark 85% der Senioren regelmäßige Internetuser sind, kennen sich in Österreich nicht einmal zwei von drei Senioren damit aus. Das versucht Margarete Schramböck, Ministerin für Digitalisierung, nun zu ändern: Im „Café Digital“ finden Einführungs-Workshops für Senioren statt. Das Projekt startet 2019 auch im Burgenland und hält, was der Name verspricht: Zu bits und bytes gibt es Kaffee und Kuchen.

Auch zahlreiche Initiativen für mittlere Unternehmen

Wieso Schramböck das Thema so am Herzen liegt, verrät sie etwas philosophisch:

„Digitalisierung ist keine Frage der Technik sondern der Kultur: Frage des Miteinanders, Fragen des Miteinanderumgehens.“ Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck

Da es aber auch wirtschaftliches Thema ist, gibt es auch Initiativen für mittelständische Unternehmen. „Innovations-Hubs“ sollen in jedem Bundesland mit verschiedenen Schwerpunkten entstehen und beim Einsatz innovativer Techniken wie „3D-Drucken“ helfen. Mitarbeiter können ab kommendem Jahr auch zur Weiterbildung in „Digitalisierungs Boot Camp“ geschickt werden. Das Ministerium investiert dafür 1,4 Mio. Euro, Unternehmen können sich als Hub oder für ein Bootcamp bis Ende März bewerben.

Österreich soll 5G-Vorreiter werden

Die nächste und noch schnellere Generation Internet kann – in Verbindung mit Glasfaserleitungen für Unternehmen – viele infrastrukturelle Probleme im ländlichen Raum lösen, zeigt sich Schramböck auf BVZ-Nachfrage überzeugt. Die Regierung verlegt daher die 5G-Ausschreibung um 12 Monate nach vor. Österreich soll das 1. Land in Europa werden, das 5G mit Telekom Anbieter ausrollt:

„12 Monate früher oder später spielt bei 5G eine große Rolle.“ Margarete Schramböck

Kein Fachkräftemangel im Burgenland?

Margarete Schramböck, Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Österreich, stellte bei ihrer Burgenland-Reise mit ÖVP-Burgenland-Chef Thomas Steiner ihre Digitalisierungs-Offensive vor.
Wagentristl, BVZ

Das Thema Digitalisierung kommt natürlich nicht ohne Diskussionen über den Fachkräftemangel aus. Im Burgenland scheint es diesen nicht zu geben, aus Wien und Eisenstadt kamen – anders als aus anderen Bundesländern – keine Mangellisten. Schramböck erklärt das mathematisch: Gibt es weniger als 1,5 Bewerber pro Beruf ist das ein Mangelberuf; im Burgenland hat sich das mathematisch also einfach nicht ergeben.

Steiner will noch einmal nachrechnen

Hier ergänzt ÖVP-Burgenland-Chef Thomas Steiner, dass das AMS die Daten auch im September erhoben hat. In Monaten mit starkem Bedarf nach Saisonarbeitern (ab Frühling) kann sich das schnell wieder ändern. Hier soll noch einmal nachgerechnet werden, so Steiner. Auch er will Digitalisierung forcieren und verweist auf das Projekt im Kindergarten Kleinhöflein, im Zuge dessen naturwissenschaftlich-mathematische Fähigkeiten („MINT Skills“) schon früh gefördert werden. Für weitere solche Projekte hofft Steiner auf eine Anschubfinanzierung des Landes.