"Bio-Wende" im Burgenland: Eisenkopf zog Bilanz. Mit einem Landtagsbeschluss hat das Burgenland im Vorjahr die Absicht bekundet, eine "Bio-Wende" - den sukzessiven Umstieg auf biologische Produkte in allen Bereichen von der Landwirtschaft bis zum Endverbraucher - einzuleiten. Landesrätin Astrid Eisenkopf (SPÖ) zog am Freitag eine Zwischenbilanz der seither eingeleiteten Maßnahmen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 06. September 2019 (13:00)
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Landesrätin Astrid Eisenkopf

Zu den Zielen zählt etwa die Steigerung des Bioanteils der Anbauflächen im Burgenland von 31 Prozent im Jahr 2018 auf 50 Prozent bis 2027. Schon jetzt habe man einen Anteil von 37 Prozent erreicht, so Eisenkopf.

Im Rahmen der aus Landesmitteln finanzierten, seit Juli laufenden Umstiegsförderung für Agrarbetriebe seien inzwischen 27 Förderanträge genehmigt worden. Binnen drei Tagen ab dem Start waren 15 Anträge eingelangt - gerechnet habe man insgesamt mit etwa 17, berichtete Eisenkopf. Man werde nun das Fördervolumen von ursprünglich 255.000 Euro aufstocken.

Bei Landesunternehmen sowie Schulen und Kindergärten soll laut den Vorgaben der Bioanteil beim Nahrungsangebot bis 2021 50 Prozent und bis 2024 100 Prozent erreichen. In den landesnahen Betrieben seien Milchprodukte und Eier bereits umgestellt, Rindfleisch soll noch heuer erfolgen. Bis 2021 werde man gemeinsam mit der Landesholding die 50 Prozent-Marke erreicht haben. Einige der Betriebe würden das schon bis Ende dieses Jahres schaffen, erläuterte Eisenkopf.

Im Oktober soll im Landtag eine Novelle zum Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz beschlossen werden, die die im Rahmen der "Bio-Wende" angestrebten Ziele beinhaltet. In Trausdorf im Bezirk Eisenstadt-Umgebung gebe es mittlerweile eine erste "Bio-Pilotschule", so Eisenkopf.

Die Bio-Modellgemeinden, ein von der Landwirtschaftskammer federführend betriebenes Projekt, seien bereits in Vorbereitung. Bewerbungen zur Teilnahme gebe es bisher aus mehreren Bezirken. Bei neu errichteten Ställen wird eine Biozertifizierung obligatorisch. Die dazu notwendige Planzeichenverordnung soll ebenfalls im Oktober von der Landesregierung auf Schiene gebracht werden.

Beim Tiergesundheitsdienst habe die "Sektion Bio" bereits ihre Arbeit aufgenommen, um Landwirte und Züchter auf dem Weg der Umstellung zu begleiten. "Bio Burgenland" solle zu einem Gütesiegel werden. Das Logo will man in den kommenden Wochen präsentieren. Und schließlich wurde ein Bio-Innovationspreis ausgeschrieben, der am 28. November verliehen werden soll. Prämiert werden "die besten Bio-Ideen aus dem ganzen Burgenland", sagte Eisenkopf.