Burgenland-Statistik: Mehr Pendler, kaum Öffis. Nur jeder zweite Österreicher muss in die Arbeit pendeln, im Burgenland sind es drei von vier. Tendenz steigend. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt kaum wer ans Ziel.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 04. Dezember 2019 (08:08)

Das Burgenland ist als Pendler-Land bekannt: Im Österreich-Schnitt müssen laut Statistik Austria nur die Hälfte aller Arbeitskräfte ihre Heimatgemeinde verlassen, um ihre Arbeitsstätte zu erreichen. Im Burgenland sind es deutlich mehr. Eine Auspendler-Quote von 73,6 Prozent bedeutet, dass fast drei von vier burgenländischen Arbeitskräften pendeln.

Die Mitte pendelt, der Norden bleibt

Weniger Pendler als im Landesschnitt gibt es Norden: In den Bezirken Neusiedl am See und Eisenstadt Umgebung (inklusive Rust und Eisenstadt-Stadt) sind es nur knapp über 71 Prozent. Im Bezirk Mattersburg gibt es die meisten Pendler:

Fast 87,4 Prozent müssen allmorgendlich auspendeln. Knapp dahinter liegt der Bezirk Oberpullendorf mit über 75 Prozent Auspendlerquote. Der Landessüden liegt im Durchschnitt, Oberwart sogar leicht darunter (72,8 Prozent).

Immer mehr Pendler aber kaum Öffis

Während in manchen Bezirken wie Güssing oder Oberpullendorf der Pendler-Anteil recht konstant geblieben ist, ist er vor allem im Bezirk Neusiedl/See nahezu explodiert (plus 12 Prozent). Über neun Prozent mehr Pendler haben Eisenstadt und Oberwart. Letztere sind arm dran: Sie haben – wie alle Südburgenländer – praktisch keine Chance, öffentlich ins nächste überregionale Zentrum zu kommen. In Eisenstadt und Mattersburg hat das fast jeder, in Neusiedl und Oberpullendorf schon nur mehr jeder Vierte.

Dieser Beitrag entstand im Zuge einer datenjournalistischen Kooperation mit Addendum.