Alt-Landeshauptmann Sipötz feiert 80. Geburtstag

Der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Sipötz (SPÖ) feiert am 10. Oktober seinen 80. Geburtstag.

Erstellt am 25. September 2021 | 05:30
Hans Sipötz 
Der burgenländische Alt-Landeshauptmann Hans Sipötz 
Foto: APA/ROBERT JAEGER

Der Sozialdemokrat, der 1987 trotz eines Paktes zwischen ÖVP und FPÖ überraschend gewählt wurde, war bis 1991 Landeschef. Bekannt war er unter anderem dafür, dass er 1989 gemeinsam mit Alois Mock ein Stück Stacheldraht an der Grenze durchschnitt.

Sipötz kam am 10. Oktober 1941 in Pamhagen im burgenländischen Seewinkel zur Welt. Von Beruf Hauptschullehrer, war er zunächst als Gemeinderat und als Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde politisch tätig. 1974 zog er in den Landtag ein, zehn Jahre später wechselte er auf die Regierungsbank. In der SPÖ hatte Sipötz von 1983 bis 1986 die Funktion des Landesparteisekretärs inne.

Die Umstände seiner Wahl zum Landeshauptmann 1987 nach der Niederlage von Theodor Kery sorgten österreichweit für Schlagzeilen: ÖVP und Freiheitliche waren sich darüber einig, gemeinsam den ÖVP-Kandidaten Franz Sauerzopf zum Landeschef zu wählen. Doch in der konstituierenden Sitzung stimmte überraschend ein Mandatar aus den Reihen der beiden Parteien für Sipötz. Dieser war somit mit 18 von 36 Stimmen - wie es die Landesverfassung damals vorsah - zum Landeshauptmann gewählt. Damals wurde vermutet, dass die letztlich ausschlaggebende Stimme von einem freiheitlichen Abgeordneten gekommen war.

Zwischen der ÖVP und der SPÖ brach eine politische Eiszeit aus. Bei der vorverlegten Landtagswahl 1991 gewann Sipötz als Spitzenkandidat dazu. Die ÖVP weigerte sich, ihn zum Landeshauptmann zu wählen. Schließlich wurde Karl Stix (SPÖ) neuer Landeschef. Sipötz, der auch seine Funktion als Parteivorsitzender abgab, kehrte als Zweiter Landtagspräsident in den Landtag zurück. Ende 2000 beendete er nach dem vorverlegten Urnengang seine politische Karriere.

Über das Burgenland hinaus ist Sipötz vor allem für eine Aktion an der ungarischen Grenze bekannt: Gemeinsam mit dem damaligen Außenminister Alois Mock (ÖVP) und dessen ungarischen Amtskollegen Guyla Horn durchtrennte er Ende Juni 1989 mit einem Bolzenschneider ein Stück des Eisernen Vorhangs.

Langweilig wurde Sipötz aber auch nach Ausscheiden aus der Politik nicht, nach der Funktion als Vorstandsobmann in der Wohnbaugenossenschaft EBSG übte er zuletzt noch jene als Aufsichtsratsvorsitzender aus. Eine Aufgabe, die er ebenso wie das Jagen demnächst aufgeben möchte, wie er im Gespräch mit der APA erklärte. Für sich selbst und die Familie - er hat drei erwachsene Kinder und sechs Enkelkinder - wünscht sich Sipötz zum 80er Gesundheit. Seit dem Ausscheiden aus der Politik habe er Zeit zum Lesen und zuhause finde sich immer etwas zu tun - daher fahre er auch ungern auf Urlaub. Und Radfahren, mittlerweile mit einem E-Bike, das geht am Neusiedler See ohnehin hervorragend, wäre es nicht oft so stürmisch.