Aufstellung neuer Radarboxen sorgt für Politzwist. Die Aufstellung neuer Radarboxen wird im Burgenland auf politischer Ebene hitzig diskutiert.

. Erstellt am 25. September 2020 (12:34)
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Das Vorhaben - pro Bezirk sollen zunächst zwei neue Geräte aufgestellt werden - befinde sich in Umsetzung und soll zur Hebung der Verkehrssicherheit dienen, hieß es am Freitag aus dem Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Die FPÖ hingegen spricht von einem "landesweiten Radarboxen-Angriff" und ortet ebenso wie die ÖVP eine Abzocke der Autofahrer.

"Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei", wurde am Freitag auf APA-Anfrage im Büro des Verkehrslandesrates betont. Die Aufstellung der Radargeräte erfolge nach genauer Betrachtung an Unfallhäufungspunkten und geschehe dann, wenn erkennbar sei, dass zuvor in einem ersten Schritt gesetzte Maßnahmen wie ein Tempolimit alleine nicht greifen.

Die rote Alleinregierung wolle gleich 20 neue Radarboxen aufstellen und den Bestand damit mehr als verdoppeln, kritisierte hingegen FPÖ-Verkehrssprecher Alexander Petschnig in einer Aussendung.

"Jeder sieht, dass es bei solchen Dimensionen nicht um die Verkehrssicherheit, sondern schlicht und einfach um ein Inkasso im großen Stil geht", stellte der FPÖ-Politiker fest. Anstatt etwas gegen illegalen Transitverkehr auf der B50 zwischen Eisenstadt und Neusiedl am See zu unternehmen, würden 20 Radarboxen quer über das Land verteilt, um etwa Pendlern, die es vielleicht einmal ein wenig eiliger hätten, in die Tasche zu greifen.

"Die FPÖ hat noch im Vorjahr den Verkehrssicherheitsmaßnahmen per Regierungsbeschluss zugestimmt und jetzt in der Opposition sind sie dagegen! Soviel zur seriösen Politik der FPÖ", kommentierte SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst die Äußerungen Petschnigs. Maßnahmen zur Hebung der Verkehrssicherheit seien ein Gebot der Stunde.

"Die Zahl der Verkehrstoten im Burgenland war im letzten Jahr viel zu hoch. Verantwortlich für Verkehrssicherheit war bis Februar die FPÖ", so Fürst. Mit mehr Verkehrskontrollen und zusätzlichen Radarboxen sollen unter anderem Auswüchse wie "Road Running" und generell unverantwortliches Rasen unterbunden werden.

Auch die ÖVP meldete sich zu Wort: "Die Radarfallen des Landes sind eine reine Abzocke. (Landeshauptmann Hans Peter, SPÖ, Anm.) Doskozil geht es nicht um Verkehrssicherheit. Ihm geht es um Geldbeschaffung", stellte ÖVP-Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas in einer Aussendung fest. Der Landeshauptmann bestrafe die Bevölkerung, um Geld in die leeren Kassen des Landes zu spülen. Er erinnere Doskozil daran, "dass er nicht mehr Landespolizeidirektor, sondern Landeshauptmann ist", so Fazekas.