Burgenlands Spitäler gerüstet für weiteren Anstieg. Coronavirus-Situation im Land: „Ausreichend Kapazitäten“ bei Notfällen; Land sucht Ärzte für Pflegezentren.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 25. März 2020 (06:42)
Krankenhaus Oberpullendorf. Seit Beginn der Krise speziell für Isolierung und medizinische Versorgung von COVID-19-Erkrankten eingerichtet.
BVZ

Für den weiteren Anstieg der Corona-Fälle im Land ist man in den Spitälern im Hinblick auf mehrere Szenarien gerüstet. Dabei steht die Krankenanstaltengesellschaft (KRAGES) in enger Abstimmung mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt.

Da zuletzt auch immer wieder Spitalsmitarbeiter in Quarantäne mussten, arbeitet man derzeit in Blöcken und Schichten, um bei etwaigen Ausfällen die Versorgung ohne Beeinträchtigung gewährleisten zu können. Das gilt nicht nur für Ärzte-Teams, sondern für das gesamte Personal, bis hin zur Direktion, wird betont.

Angesichts der angespannten Grenz-Lage bietet man ungarischen und slowakischen Ärzten Wohnungen an sowie die Möglichkeit, für die Dauer der Krise auch die Familie ins Burgenland zu holen. Auf die Frage nach den Intensivbetten und Beatmungsgeräten im Land heißt es vonseiten der KRAGES, es seien „ausreichend Kapazitäten vorhanden“.

Im Falle eines extremen Anstiegs der Erkrankungen wird im Hintergrund seitens des Landes auch daran gearbeitet, an einem weiteren Standort einen Krankenhausbetrieb aufzubauen, um für alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Was bereits läuft, ist der Aufbau von zwei Pflegezentren zur Behandlung leichterer Corona-Fälle, ebenfalls zur Entlastung der Spitäler. Für diese Notfallzentren sucht das Land zusätzliche Ärzte.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf wandte sich in einem Aufruf an Mediziner; auch gut ausgebildete Ärzte, die durch die Schließung von Reha-Zentren Kapazitäten haben, könnten sich melden. Um sie und niedergelassene Ärzte flexibel in den Pflegezentren beschäftigen zu können, brauche es auch eine gesetzliche Grundlage.