Eisenkopf: "Keine Panik!". Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf warnte vor Falschmeldungen in den sozialen Medien.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 13. März 2020 (16:18)

Astrid Eisenkopf bilanzierte mit Krisen-Managerin Brigitte Novosel und Landesamtsdirektor Ronald Reiter bei einer Pressekonferenz den burgenländischen Status Quo der Corona Epidemie: Bei der am Freitag bekannt gewordenen siebenten positiv getesteten Person handelt es sich um einen allein lebenden Mann mittleren Alters aus Mattersburg. Er war mit einem Freund in der Bar in Ischgl, die bereits mehrere Infizierte verschuldet hatte.

 Mattersburger steckte sich in Ischgler Bar an

 Der Krankheitsverlauf sei der betroffenen Person ist milde, ähnlich einer Verkühlung, beruhigt Novosel, er sei zu Hause in Quarantäne und werde von Verwandten mit Lebensmitteln versorgt.

Ein Krankenhausaufenthalt der sieben infizierten Personen sei auszuschließen, so Novosel, die Behörden würden regelmäßig den Gesundheitszustand abfragen. Sollten Verwandte die Versorgung der Patienten nicht übernehmen können, so bestehe auch die Möglichkeit, dass die Gemeinde helfend einspringe.

 Warnung vor Panikmache in den sozialen Medien

 Abschließend warnte Novosel vor zwei derzeit kursierenden Falschmeldungen auf Facebook und Co und stellte dazu richtig:

Dass eine Person in Quarantäne sei bedeute NICHT, dass sie auch infiziert sei. „Es sind über 100 Personen in Quarantäne, das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Wer innerhalb 14 Tagen Symptome zeigt, wird getestet“, stellte Novosel klar.

Kinder sind nicht gefährdet! Achtung: Das Virus tragen und übertragen können sie dennoch.

 Eisenkopf: Soziale Kontakte einschränken!

 „Jeder kann Beitrag leisten! 25% weniger soziale Kontakte bedeutet 50% weniger Ansteckungsrisiko“, appellierte Eisenkopf an die Burgenländer und betonte: „Die Grundversorgung ist abgesichert, wir brauchen keine Panik zu haben!“

Regale in Supermärkten stünden deswegen manchmal leer, weil die Mitarbeiter mit dem Nachschlichten nicht nachkommen würden. Es gäbe keinen Grund für Panikkäufe.

 Harte Zeiten für Wirtschaft und Tourismus

 Eisenkopf sprach auch die schwierige Lage im Tourismus an: „Hotels bleiben offen, Restaurants darin aber nur für Hotelgäste. Thermen bleiben geschlossen.“ Der Burgenland Tourismus sei bereits im Austausch mit dem Österreich Tourismus wegen Krisenmaßnahmen. Morgen soll ein Wirtschaftspaket der Bundesregierung bekanntgegeben werden, auch ein Burgenländisches Paket sei in Planung.

Dieses wird hoffentlich auch der Wirtschaft helfen, Novosel berichtete bereits von einigen Unternehmen, die Kurzarbeit beim AMS angemeldet hätten.

Im Landhaus wird die Arbeit mit erhöhten Vorsichtsmaßnahmen weitergeführt. Wo es möglich ist, werde Mitarbeitern Home Office ermöglicht, so Reiter, ältere Mitarbeiter werden vom Parteienverkehr isoliert.

Der Pendlerverkehr sei nicht betroffen, an größeren Grenzübergängen in Ungarn werde aber kontrolliert, was zu Verzögerungen führen könne.

 KH Oberpullendorf bekommt Quarantäne-Station

 Um auf alle Szenarien vorbereitet zu sein, werde eine Quarantäne-Station im Krankenhaus Oberpullendorf eingerichtet. Sollten die Fälle kritischer Quarantäne-Patienten diese Räumlichkeiten überschreiten, werde in allen Landesteilen bereits nach Ausweichräumlichkeiten gesucht, so Eisenkopf.

Sie bedankte sich zum Schluss bei allen Blaulichtorganisationen und schloss: „Wir sind ein Land des Zusammenhalts, das haben wir in den letzten Jahrzehnten immer wieder gezeigt. Jetzt heißt es wieder zusammenzuhalten.“