Doskozil fordert klare Perspektiven für Thermen-Öffnung. Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) und Tourismus-Geschäftsführer Dietmar Tunkel fordern klare Perspektiven für die Öffnung der Tourismus-, Thermen- und Gastronomiebetriebe ab 7. Jänner.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 04. Dezember 2020 (17:56)
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil über seine Rolle an der Spitze: „Es ist nicht wichtig, dass man sich in die erste Reihe stellt oder persönlich inszeniert, sondern dass man seine persönlichen Ziele erreicht. Man muss 120 Prozent fordern, damit man 80 Prozent erreicht.“
Wolfgang Millendorfer

Das Burgenland verlängert das Bonusticket, mit dem bei einer Mindestbuchung von drei Tagen bei einem burgenländischen Beherbergungsbetrieb 75 Euro refundiert werden, bis Ende Februar, kündigte Doskozil am Freitag an.

Der Bund verfolge bei den derzeit bekannten Lockerungsschritten nach dem Corona-Lockdown keine klare Linie, stellte der Landeshauptmann fest. Das Land werde deshalb durch eigenständige Initiativen gegensteuern.

Mit der Verlängerung beziehe man die wichtige Phase der Semesterferien mit ein. "Es bleibt auch dabei, dass diese neue Aktion für Gäste aus ganz Österreich gilt", so der Landeshauptmann, der bezüglich der Lockerung für Tourismus und Gastronomie nach dem 6. Jänner "Fairness für den Thermaltourismus" forderte. "Eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Tourismussektoren darf es nicht geben", so Doskozil.

Die "Corona-Kasko", die eine kostenlose Stornoversicherung für den Fall einer Covid-19-Infektion vor oder während des Urlaubs und im Fall eines Absonderungsbescheides umfasst, werde bis 30. April 2021 laufen. Das Burgenland habe mit dem Bonusticket und der "Corona-Kasko" bis zum zweiten Lockdown überdurchschnittliche Nächtigungszuwächse geschafft: "An diesen Trend wollen wir im Jänner anknüpfen."

Durch umfassende Sicherheits- und Hygienemaßnahmen in den burgenländischen Tourismusbetrieben sei es im Herbst gelungen, Covid-19-Infektionen in diesem Bereich zu verhindern. Das müsse die Bundesregierung auch bei den nächsten Lockerungsschritten berücksichtigen, forderte Doskozil. "Die burgenländischen Tourismus-, Thermen- und Gastronomiebetriebe waren Musterschüler bei der Umsetzung von Sicherheitskonzepten. Sie haben daher eine klare Perspektive für die Öffnung ab 7. Jänner verdient. Es darf keinesfalls zu einer Benachteiligung der Thermen und des Thermaltourismus insgesamt kommen."

Er bekenne sich zu einer behutsamen Lockerungsstrategie, mit der ein dritter Lockdown vermieden werden könne, so Doskozil. Der Thermaltourismus mit seinen hohen Covid-19-Präventionsstandards habe sich aber Chancengleichheit mit anderen Tourismussektoren verdient.

Nach derzeitigem Informationsstand plane die Bundesregierung, Thermen von den ab 7. Jänner anlaufenden Öffnungsschritten auszunehmen, so der Geschäftsführer der Burgenland Tourismus GmbH, Dietmar Tunkel. "Für den burgenländischen Tourismus, der eng mit den Thermen verbunden ist, wäre das ein Keulenschlag", meinte der Tourismusmanager.

Auch beim Umsatzersatz für Tourismusbetriebe müsse die Bundesregierung unbedingt nachbessern: "Der derzeitige Deckel von 800.000 Euro benachteiligt wichtige 'Player' im burgenländischen Tourismus massiv. Für die Thermen sind traditionell November und Dezember besonders umsatzstarke Monate." Das Avita in Bad Tatzmannsdorf habe beispielsweise einen Umsatzentgang von 2,7 Mio. Euro. "Diese Betriebe dürfen vom Bund nicht im Stich gelassen werden", betonte Tunkel.

Erfreut über Doskozils Ankündigung, das Bonusticket zu verlängern, zeigte sich in einer Aussendung die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV). "Zusammen mit der Corona-Storno waren das wichtige Impulse für den burgenländischen Tourismus", stellte Klaus Hofmann, ÖHV-Vizepräsident und Geschäftsführer der St. Martins Therme & Lodge, fest. Die überdurchschnittlichen Nächtigungszuwächse seit der Einführung unterstrichen die Wirksamkeit der beiden Maßnahmen, so der ÖHV-Vize.

Die kolportierte Information, dass Thermen angeblich bei der Öffnung ab 7. Jänner ausgenommen seien, sei "eine gravierende Benachteiligung". Thermal- und Gesundheitshotels seien bereits während des ersten Lockdowns die ersten gewesen, die umfassende Hygienekonzepte entwickelt und umgesetzt hätten: "Hygiene ist in unserer DNA. Thermen sind sicherer als Einkaufszentren. Eine Ungleichbehandlung bei der Öffnung entbehrt daher jeder Grundlage", so Hofmann.