Hofer: Adelmann kam eigenem Parteiausschluss zuvor. Der am Sonntag überraschend zum DAÖ gewechselte FPÖ-Bezirksgruppenobmann Herbert Adelmann ist laut FPÖ-Chef Norbert Hofer mit diesem Schritt seinem eigenen Ausschluss zuvorgekommen.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 05. April 2020 (12:42)
Norbert Hofer
Marschik

"Das wäre auf der Tagesordnung der nächsten Vorstandssitzung gestanden", sagte Hofer, der seit März auch die burgenländische Landespartei leitet, zur APA nach dem "Überlaufen" eines großen Teils der FPÖ-Bezirkspartei Oberpullendorf unter Adelmann:

"Es hat da Dinge gegeben, die diesen Ausschluss notwendig gemacht hätten. Er ist diesem Ausschluss zuvorgekommen. Wir haben bereits am Landesparteitag gesehen, dass es da im Bezirk gewisse Tendenzen gibt, die dem Wohl der Landespartei schaden", so Hofer.

"Für uns ist es eine Chance, den Bezirk jetzt neu aufzusetzen." Er werde den Bezirk Mattersburg bitten, bis zum ordentlichen Bezirksparteitag den Bezirk Oberpullendorf mitzubetreuen.

Auf die Frage, was die Lage im Bezirk Oberpullendorf offenbar so schwierig mache, sagte Hofer: "Das war die Lage der Person des Bezirksobmannes, der eigentlich immer mehr dagegen- als mitgearbeitet hat. Es ist für uns jetzt auch eine große Chance, diesen Bezirk ordentlich und neu aufzustellen."

Er sei insgesamt jemand mit dem man sehr gut zusammenarbeiten könne, meinte der FPÖ-Obmann: "Was ich aber nicht mag, ist, wenn jemand permanent dagegen arbeitet und auch parteischädigendes Verhalten an den Tag legt: Da greif ich durch bei solchen Dingen. Das ist auch hier passiert. Er (Adelmann, Anm.) ist halt zum DAÖ gegangen, wo er glaube ich recht gut dazu passen wird und wir setzen diesen Bezirk neu auf.

Gefragt, ob er durch diese Entwicklung Auswirkungen auf die Landesebene oder den Landtagsklub sehe, antwortete Hofer: "Nur eine positive, weil ein Unruheherd nicht mehr gegeben ist und wir einfach in Ruhe arbeiten können."

Strache erfreut über Neuzugänge: "Das ist erst der Anfang"

Der frühere FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der in Wien die Allianz für Österreich unterstützt, hat sich am Sonntag über den Neuzugang aus dem Burgenland erfreut gezeigt. Er versprach via Social-Media-Videobotschaft: "Glaubt mir, das ist erst der Anfang einer viel größeren Entwicklung für unsere neue Bürgerbewegung."

"Mit dem jungen dynamischen und hochmotivierten Herbert Adelmann als Landessprecher unserer Bürgerbewegung und seinem Team sind wir für den weiteren organisatorischen Auf- und Ausbau bestens gerüstet. Wenn ein ganzer FPÖ-Bezirk wie Oberpullendorf nahezu geschlossen zur Allianz für Österreich wechselt, ist das ein Signal das mich sehr optimistisch stimmt", sagte der Ex-Vizekanzler.

Gerade in schwierigen Zeiten brauche es eine starke Bürgervertretung, zeigte er sich überzeugt. Er, Strache, werde seinen Weg jedenfalls "unbeirrt" und "auf Basis unserer freiheitlichen Werte" weitergehen. Mit einem Comeback bei einer erfolgreichen Wahl in Wien werde man nach und nach die Ausrollung in ganz Österreich angehen, kündigte der frühere FPÖ-Politiker an.