Erste Reaktionen aus dem Burgenland

Für Sebastian Kurz‘ „Schritt zur Seite“ gab es zunächst „Respekt“ der Landes-ÖVP. Kurz danach sprach die SPÖ von einem "Schein-Rücktritt". Auch die FPÖ ist nicht zufrieden. Die Grünen wollen das Regierungsprogramm weiter umsetzen.

Aktualisiert am 09. Oktober 2021 | 21:50
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ÖVP-Landesobmann Christian Sagartz.
Foto: Gregor Hafner

Die erste Reaktion zum Abgang von ÖVP-Chef Sebastian Kurz als Bundeskanzler und zur Übergabe an Alexander Schallenberg kam von ÖVP-Landesobmann Christian Sagartz, der zunächst seinen Dank aussprach – „für seine Arbeit als Bundeskanzler der Republik Österreich und für all das, was er auch in Zukunft für die Österreicherinnen und Österreicher als Klubobmann und Bundesparteiobmann der Volkspartei leisten wird“.

Kurz habe „Verantwortung übernommen und Entscheidungsstärke gezeigt, um für Stabilität in dieser turbulenten Situation zu sorgen“, so Sagartz: „Ich begegne dieser Entscheidung mit sehr viel Respekt und bin davon überzeugt, dass sich die Vorwürfe auflösen werden. Unser Land braucht eine Regierung, die mit stabiler Hand agiert. Mit Alexander Schallenberg als Bundeskanzler ist das gewährleistet.“

Fürst: "Dauerwahlkampf droht"

Ganz anders reagiert die SPÖ mit Landesgeschäftsführer Roland Fürst. Er spricht von einem "Schein-Rücktritt", mit dem Kurz beweise, "dass er keine Verantwortung für das schockierende türkise Sittenbild übernehmen will", so Fürst: "Er bleibt im Parlament und nimmt damit die Republik in Geiselhaft, das hat sich unser Land nicht verdient. Kurz führt die Österreicherinnen und Österreicher weiter an der Nase herum, anstatt ihnen selbst die Entscheidung zu überlassen." 

Landesgeschäftsführer Roland Fürst
SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst
Millendorfer

Den Grünen empfiehlt Fürst "entsprechend zu reagieren", um "nicht weiter in einer de facto von Kurz geführten Koalition" zu sitzen: "Uns droht ein Dauerwahlkampf im Parlament, der die Republik noch mehr lähmt. Kurz soll endlich Verantwortung übernehmen und der Republik einen letzten Dienst erweisen indem er sich endgültig aus der Politik zurückzieht."

Petrik: "Verantwortungsvoll regieren"

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik meinte in einer ersten Reaktion, die ÖVP sei der Forderung von Parteichef Werner Kogler nachgekommen: "In diesen turbulenten Zeiten zeigen die Grünen, dass sie Krisen managen und verantwortungsvoll regieren können. Es gibt ein mit der ÖVP verhandeltes Regierungsprogramm, das ist nun weiter Schritt für Schritt umzusetzen", so Petrik.

Regina Petrik
Regina Petrik
Gregor Hafner

Petschnig: „Unangemessene Reaktion“

FPÖ-Landesobmann Alexander Petschnig sprach von einer „unangemessenen Reaktion“ Kurz‘ auf die Vorwürfe: Dieser flüchte sich in die Immunität eines Abgeordneten, habe aber „die Zügel weiter fest in der Hand“.

Petschnig
Alexander Petschnig
Millendorfer