Eisenstadt

Erstellt am 13. Juli 2018, 09:38

von Wolfgang Millendorfer

Noch mehr Kritik an Tschürtz-Posting. Landesvize Hans Tschürtz hat mit seinem umstrittenen Posting heftige Diskussionen ausgelöst. SPÖ, ÖVP, Grüne und viele Facebook-User üben Kritik.

Hannes Tschürtz  |  Wolfgang Millendorfer

Das umstrittene Bild zeigt Männer, Frauen mit Schleier und Kinder an einem Strand, versehen mit dem Text: „Geht nicht so weit ins Wasser Kinder, sonst holen euch die Europäer!“ Landeshauptmannstellvertreter Hans Tschürtz (FPÖ) postete es auf seiner Facebook-Seite und sorgt damit bundesweit für Schlagzeilen und Entrüstung. In den sozialen Medien löste das Posting Empörung aus, in unzähligen Kommentaren ist die Rede von „Geschmacklosigkeit“ und „Pietätlosigkeit“ in Anbetracht der laufenden Meldungen über Bootsflüchtlinge, die im Mittelmeer ertrinken.

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„Sehr geschmacklos“

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik reagierte ihrerseits via Facebook und meinte: „Der burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreter Tschürtz hat einen ähnlichen Humor wie der deutsche Innenminister Seehofer. Jede/r möge das für sich selbst bewerten. Ich finde es pietätlos.“

Seitens des Koalitionspartners SPÖ sprach Landesgeschäftsführer Christian Dax von einem „sehr geschmacklosen Bild“. Es sei nicht angebracht, dass ein burgenländisches Regierungsmitglied so etwas auf Facebook teile.

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Ein derart herabwürdigendes Posting sei eines Regierungsmitgliedes nicht würdig, meinte auch ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf, der eine Grenze überschritten sieht.

SJ-Vorsitzende Lejla Visnjic meinte in einer Aussendung: „„Die Situation Geflüchteter, die sich bei ihrer Überquerung in Lebensgefahr begeben, ins Lächerliche zu ziehen, ist geschmacklos und unverantwortlich.“

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Noch am Donnerstag wurde das Bild offensichtlich offline gestellt. Tschürtz hatte angegeben, es selbst online gestellt zu haben und verwies auf eine Stellungnahme von FPÖ-Klubobmann Géza Molnár. Dieser hatte gemeint, bei dem aus seiner Sicht „harmlosen“ Bild handle es sich um eine „Persiflage auf eine völlig verfehlte europäische Migrationspolitik“. Viele sehen das anders, wie man der heftigen Diskussion auf Facebook entnehmen kann.