Corona-Studienjahr bravourös gemeistert. FH Burgenland zieht Bilanz und gibt positiven Ausblick in die Zukunft. Platz 1 im Zufriedenheitsranking unter österreichischen Unis und Hochschulen.  

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 29. Juli 2020 (13:14)
Präsentierten die Bilanz des „Corona-Studienjahrs“ und gaben einen Ausblick in die Zukunft der FH Burgenland: LRin Daniela Winkler, FH-Geschäftsführer Georg Pehm und FH-Vizerektorin Silvia Ettl-Huber
Landesmedienservice Burgenland

Eine trotz der Coronakrise positive Bilanz des abgelaufenen FH-Studienjahrs präsentierten Bildungslandesrätin Daniela Winkler, FH-Geschäftsführer Georg Pehm und FH-Vizerektorin Silvia Ettl-Huber heute, Mittwoch, in Eisenstadt. Eine Rekordzahl an Studierenden und Bewerbern, zwei gesicherte neue Studiengänge am Standort Pinkafeld und der weitere Ausbau der Digitalisierung stehen auf der Habenseite und erlauben einen positiven Blick in die Zukunft. Getrübt wird dieser lediglich durch das Fehlen einer fairen Finanzierung von Studiengängen durch den Bund und des klaren Bekenntnisses der Landeshauptstadt zur FH.

„Die FH Burgenland zählt zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen des Landes, hat die Corona-Situation mit Bravour gemeistert und leistet für Wirtschaft und Gesellschaft ungemein viel“, unterstrich Bildungslandesrätin Daniela Winkler. Es sei sichergestellt worden, dass alle StudentInnen ohne Nachteile im Studium gut vorankommen und trotz der Krisenzeit alle 800 haupt- und nebenberuflich Angestellten weiter beschäftigt geblieben seien. „Die FH Burgenland ist damit neben ihrem Bildungs- und Forschungsauftrag nicht nur als Arbeitgeber von großer Bedeutung, sondern auch ein Impulsgeber für die burgenländische Wirtschaft, öffentliche Institutionen und die Gesellschaft“.

Weiterer Ausbau des Studienangebots und der Infrastruktur auf Schiene

Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft wurden gestellt: Das Studienangebot wird erweitert, Personen ohne klassische Matura der Zugang erleichtert, Doktoratsprogramme werden in Partnerschaft mit internationalen Universitäten weiter ausgebaut. Der Campus Pinkafeld wird um rund 30 Mio. Euro ausgebaut, zwei weitere Forschungszentren werden errichtet. Als Partner trägt das Land 4,3 Mio. Euro jährlich zur Finanzierung der Infrastruktur und zum Ausbau von Gesundheitsstudiengängen und Forschungsaktivitäten bei. „Während Bund und Eisenstadt de facto Mittel kürzen, hat das Land ‚Studieren im Burgenland‘ forciert und die finanzielle Basis gestärkt“, betont Winkler und bekräftigt ihr Nein zu Studiengebühren.

FHs fordern Inflationsabgeltung durch den Bund

Sorgen bereitet Pehm und Ettl-Huber indes die fehlende Abgeltung der jährlichen Teuerung durch den Bund; zwischen Inflation und der Studienplatzförderung klaffe bereits eine Lücke von mehr als 30 % bzw. 2.450 Euro pro Studierenden und Jahr. „Um die Qualität weiter zu sichern, braucht es eine Anhebung der Fördersätze um mindestens 10% - nicht irgendwann, sondern mit dem kommenden Studienjahr“, unterstreicht Winkler. Die Forderung einer fairen Finanzierung sei bereits von der LH-Konferenz, der FH-Konferenz und von Wirtschaft, AK und Industrie an den Bund gerichtet worden; zuletzt habe auch der Burgenländische Landtag an die Bundesregierung appelliert.

Platz 1 im Zufriedenheitsranking unter österreichischen Unis und Hochschulen

Getreu dem FH-Burgenland-Motto „Wir bringen Besonderes zusammen“ habe die FH auch das Corona-Studienjahr sehr gut gemeistert – dank des enormen Engagements aller Beteiligten. „Innerhalb weniger Tage haben wir es geschafft, die gesamte Lehre ins Netz zu verlegen – mit dem Effekt, dass keine Studentin und kein Student Nachteile im Studienverlauf in Kauf nehmen muss“, freut sich FH-Geschäftsführer Pehm. Dass das perfekt gelungen ist, unterstreicht auch eine österreichweite Umfrage unter 5.000 Studierenden zur Zufriedenheit mit der Online-Lehre: Dabei wurde die FH Burgenland auf Platz 1 gereiht.  

Rekordzahl an Studierenden, Ausbildungsprogrammen und Bewerbern

Die Beliebtheit der FH lässt sich auch an Zahlen ablesen: „Noch nie zuvor hatte die FH mit 4.656, das sind um 11,5% mehr als im Vorjahr, so viele Studierende, noch nie ein so breites Angebot mit 60 Ausbildungsprogrammen und mit rund 2.700 auch noch nie so viele Bewerbungen um einen Studienplatz wie heuer“, zählt Pehm auf. Was ihn dagegen schmerzt: „Dass doppelt so viele keinen Studienplatz bekommen können.“

Fokus soll weiter auf online-Lehre liegen

Die hohe digitale Kompetenz habe der FH maßgeblich durch die Corona-Krise geholfen, erklärte Vizerektorin Ettl-Huber. „Uns war es wichtig, von Anfang an ganz offen mit unseren Studierenden und Lehrenden zu kommunizieren. Deshalb haben wir uns auch früh überlegt, wie die Lehre im Herbst weitergehen kann“. Der Fokus soll angesichts der Corona-Entwicklung weiter auf online-Lehre liegen, die notwendige Präsenzlehre aber so sicher wie möglich organisiert werden. Zukunftsfit sei man jedenfalls mit den neuen Lehrgängen: Neben einem neuen Bachelorstudiengang „Softwareentwicklung und vernetzte Systeme“, der im September am Standort Pinkafeld startet, soll es ab Herbst 2021 einen weiteren im Bereich „Angewandte Elektronik und Photonik“ geben. „Wir sind damit nicht nur up-to-date, sondern vielmehr up-to-future.“

„Trotz Corona ist im Burgenland Bildung in jeder Altersgruppe sichergestellt“, sagte Bildungslandesrätin Winkler abschließend.