Hofer will "Ehrenerklärung" von SPÖ Burgenland. Er nehme den Rücktritt von Landesrat Christian Illedits (SPÖ) "zur Kenntnis", stellte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer am Samstag fest. Hofer forderte in einer Aussendung eine Ehrenerklärung der SPÖ im Burgenland. Der Rücktritt von Illedits könne "wohl nur der erste Schritt" im Mattersburger Commerzialbank-Skandal sein, betonte die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gaby Schwarz.

. Update am 01. August 2020 (19:31)
FPÖ-Obmann Norbert Hofer
Millendorfer

Seit dem Bekanntwerden des Skandals der Commerzialbank würden am Wiener und Eisenstädter Parkett "bösartige, aber auch sehr konkrete Gerüchte" die Runde machen, wonach prominente Vertreter des Landes Informationen über die Krise der Bank genützt hätten, um ihre Vermögen zu sichern, so Hofer.

"Wir wollen volle Aufklärung über diesen Sachverhalt und eine Erklärung der SPÖ Burgenland, dass kein Funktionär der Partei einen Informationsvorsprung über den Bankenskandal zum persönlichen Vorteil genutzt hat", so der FPÖ-Obmann. Mit dieser Erklärung müsse die SPÖ "den boshaften Gerüchten ein Ende setzen" oder - falls das aufgrund eines vorhandenen Tatsachensubstrats nicht möglich sei - den Weg für sofortige Neuwahlen ebnen.

Schwarz (ÖVP): Rücktritt könne "nur erster Schritt" sein

"Der Rücktritt des burgenländischen Landesrats, der in der Bezirksorganisation der SPÖ-Mattersburg seit 1996 Mitglied ist, ist wohl nur die Spitze des Eisberges", stellte Schwarz fest. Noch vor wenigen Tagen habe Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) Illedits gegen Vorwürfe in Schutz genommen.

Gaby Schwarz
BVZ

Es sei "an der Zeit, dass Doskozil das macht, was man von einem Landeshauptmann erwartet: Verantwortung übernehmen. Wegducken, wegreden und wegschauen ist garantiert nicht das, was sich die Menschen von Doskozil jetzt erwarten", so die ÖVP-Politikerin.

Petrik: Rücktritt „längst überfällig“

Grünen-Landessprecherin Regina Petrik bezeichnet den Rücktritt als „längst überfällig“: Christian Illedits hat Ämter und Funktionen gesammelt wie kaum ein anderer im Burgenland. Er lässt sich Goldbarren schenken, seinen Fussballverein mit unglaublichen Summen sponsern und soll dafür keinerlei Gegenleistungen erbracht haben?", so Petrik in einer Aussendung.

Regina Petrik
APA/ROBERT JAEGER

Kölly: "Alles durchleuchten"

Als Obmann des Bündnis Liste Burgenland (LBL) erinnert Manfred Kölly an seine frühere Kritik im Landtag: „Man sollte jetzt alles durchleuchten, auch ÖVP und FPÖ, die ja ebenfalls in der Regierung waren. Aus meiner Sicht steckt da noch mehr dahinter.“

Manfred Kölly
Wolfgang Millendorfer