Ministerium: Reaktivierung von Asylwerberheim notwendig. Das Innenministerium hat am Freitag die Kritik von Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) betreffend die Wiedereröffnung eines stillgelegten Asylwerberheims in Klingenbach zurückgewiesen.

. Erstellt am 20. November 2020 (12:47)
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Das Burgenland sei natürlich informiert worden, sagte ein Ressort-Sprecher zur APA. Begründet wird die Maßnahme, die Einrichtung wieder zu öffnen, einerseits mit der aktuellen Migrationslage sowie andererseits mit den Entwicklungen in der Coronakrise.

Auch der Bürgermeister sei zusätzlich Mittwoch oder Donnerstag in Kenntnis gesetzt worden. Beides - Migrationslage und Covid-19-Situation - mache Dinge, die der Landeshauptmann anspreche, sehr schwierig: "Das sind einfach auch Entwicklungen und Bedingungen, die nicht vorhersehbar sind in diesem Ausmaß", so der Sprecher. Als Bundesministerium sei man verpflichtet, für die schutzsuchenden Personen auch entsprechend zu handeln.

Wenn auf einmal aufgrund der Entwicklungen in einer Pandemie sich die Situation so darstelle, dass es Unterbringungsmöglichkeiten für hilfsbedürftige Personen brauche, dann müsse man sich als Ministerium etwas überlegen im Rahmen der Grundversorgung, dass man das eben schaffe, argumentierte der Sprecher. Und exakt zur Bewältigung solcher Krisensituationen habe das Innenministerium auch solche Vorhaltekapazitäten wie zum Beispiel Klingenbach, das früher schon einmal offen gewesen und dann wieder geschlossen worden sei und nun eben wieder aktiviert werde.

"Das Ganze passiert mit 1. Dezember und wird dann Schritt für Schritt umgesetzt", erläuterte der Sprecher: "In Klingenbach ist für bis zu maximal 80 Personen Platz, was natürlich eine große Entlastung ist. Es wird aber natürlich nicht maximal belegt, um entsprechenden Freiraum den Personen dort geben zu können und um die Covid-Maßnahmen einzuhalten."

Schutzsuchende würden dann schrittweise in Tranchen ganz dorthin verlegt werden. Ob man dann noch weitere Einrichtungen öffnen müsse, das müsse man sich aufgrund der Entwicklung anschauen. Momentan sei dies aber nicht in Planung. Auch sei noch nicht klar, welche Personen nach Klingenbach kämen. Ob dies Familien, Männer oder Frauen seien, solle in den nächsten Tagen und Wochen noch entschieden bzw. überprüft werden, sagte der Sprecher.