SPÖ Burgenland befragte Mitglieder. Die SPÖ Burgenland hat im Oktober rund 12.400 Mitglieder befragt, um zu erfahren, was diese bewegt.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 08. November 2019 (11:56)
Gollubics
Landesrätin Astrid Eisenkopf und Landesgeschäftsführer Roland Fürst.

Für 86 Prozent der Befragten sind Jobs das wichtigste Thema. 77 Prozent halten eine Koalition mit jeder der Landtagsparteien für möglich. 81 Prozent sind für die LH-Direktwahl, berichtete am Freitag Landesgeschäftsführer Roland Fürst, der mit Landesrätin Astrid Eisenkopf die Ergebnisse präsentierte.

12.321 Fragebögen wurden verteilt. 6.607 bzw. 53,6 Prozent kamen zurück, was sehr hohen Rücklauf darstelle, so Fürst. Zuletzt war eine Befragung 2014 - im Vorfeld der Landtagswahl 2015 - erfolgt.

Abgefragt wurde unter anderem die Wichtigkeit von Themen, die von einer Fokusgruppe und dem Landeshauptmann vorselektiert worden waren. "Das mit Abstand wichtigste Thema für unsere Mitglieder ist der Bereich der Arbeitsplätze", schilderte Fürst. Sie zu schaffen, abzusichern und für die nötigen Rahmenbedingungen zu sorgen, sei "nach wie vor ein Kernthema der Sozialdemokratie". Ebenfalls auf den vorderen Plätzen rangieren die medizinische Versorgung, das Thema Pflege und leistbares Wohnen.

Die Frage, ob die SPÖ mit jeder im Landtag vertretenen Partei eine Koalitionen bilden könne, beantworteten 77 Prozent mit ja. Das sei "ein wichtiger Hinweis für unsere Verhandlungen", stellte der Landesgeschäftsführer fest. Welche Varianten die SPÖ-Mitglieder dabei bevorzugen, soll erst beim Landesparteitag Mitte des Monats verraten werden. Die Parteibasis war über die Umfrageergebnisse schon Donnerstagabend informiert worden. Es sei wichtig, dass die Mitglieder solche Ergebnisse, an denen sie wesentlich beteiligt gewesen seien, "nicht aus den Medien erfahren", meinte Fürst.

78 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Vorzugsstimmenregelung aus, bei welcher in den Regionalwahlkreisen die Kandidaten mit den zahlenmäßig meisten Stimmen ein Mandat erhalten sollen. Er sehe dies als "eindeutigen Auftrag auch für den Landesparteitag, hier einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen", meinte Fürst.

"Die Ergebnisse sind für uns normativ und obligatorisch", stellte der Landesgeschäftsführer klar: "Das heißt, die Mitglieder bestimmen auch." Die Landeshauptmann-Direktwahl könne man nicht autonom im Burgenland entscheiden, doch wollte man es einmal "abgetestet" haben: "81 Prozent der Mitglieder sagen, dass sie sich das gut vorstellen könnten."

12.400 Mitgliedern im Burgenland

Mit 12.400 Mitgliedern sei die SPÖ Burgenland eine sehr starke Mitgliederorganisation, so Landesrätin Eisenkopf. Es sei wichtig, die Parteimitglieder bei gewissen Themenstellungen und politischen Ausrichtungen in regelmäßigen Abständen zu befragen.

Binnen eines Monats seien die Fragebögen erstellt, verteilt, wieder abgeholt und ausgewertet worden. "Das ist sehr knapp", sagte Fürst. An die 200 Fragebögen kamen nicht nur ausgefüllt, sondern auch beschrieben zurück. Neben Genesungswünschen für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) gab es auch "durchaus kritische" Anregungen - von 'hört's endlich auf zu streiten' bis hin zu 'grenzt's euch bitte mehr von der Bundespartei ab' und die anderen sagen: 'unterstützt's die Bundespartei mehr'".

Auch eine andere Entwicklung sei zu beobachten: "Zu uns kommen immer mehr Anfragen aus anderen Bundesländern von Mitgliedern der SPÖ, die gerne bei uns Mitglied werden möchten - auch mit dem eindeutigen Hinweis, dass sie deswegen bei uns Mitglied werden wollen, weil sie mit der burgenländischen Sozialdemokratie sehr zufrieden sind", meinte Fürst und fügte hinzu, das sei natürlich mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) verbunden.