Burgenlands Ärzte wollen mehr Geld

Seit einem Jahr sind Kasse und Kammer schon am Verhandeln.

Wolfgang Millendorfer
Wolfgang Millendorfer Erstellt am 14. Oktober 2021 | 04:06
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Ärzte-Präsident Lang: „Auch die Patienten verdienen ,gleiche Leistungen für gleiches Geld’.“
Foto: Millendorfer

Die Rechnung klingt einfach: Bleibt das Burgenland das Bundesland mit den niedrigsten Ärzte-Honoraren, fehlt auch der Nachwuchs, denn Niederösterreich und Wien zahlen besser und locken junge Mediziner daher umso mehr.

14 Prozent unter dem Bundes-Schnitt liegen die Fallwerte im Burgenland, wonach sich das Honorar pro Patient richtet. Ein „gewachsenes“ Problem, da viele Pendler ihre Kassen-Beiträge eben in anderen Bundesländern zahlen. Die Ärztekammer fordert von der ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) daher eine schrittweise Anpassung an den Durchschnitt – und das bereits seit einem Jahr.

Knackpunkt: „Obwohl nur auf dieser Ebene verhandelt wird, haben die ÖGK-Außenstellen keinen Spielraum“, fasst Ärztekammer-Präsident Michael Lang das zusammen, was sein Vize Michael Schriefl als „Stille-Post-Problem“ bezeichnet. An die Zentrale komme man kaum heran.

Dort heißt es auf Anfrage der BVZ, dass es innerhalb der ÖGK „natürlich Abstimmungsprozesse“ und auf lokaler Ebene sehr wohl Spielraum gebe. Die Honorare seien aber nicht eins zu eins vergleichbar, da „die Leistungsinhalte in ganz Österreich differieren“, ebenso wie die individuelle Situation freiberuflicher Vertragsärzte.

Ein akzeptables Verhandlungsergebnis habe man immer noch erzielt, heißt es bei der ÖGK. Weiter verhandeln wollen auch die Ärzte; Proteste sind (vorerst) noch nicht geplant.