Kölly sieht LBL bei sechs bis sieben Prozent. Das Bündnis Liste Burgenland (LBL) ist am Sonntag in Deutschkreutz in den Landtagswahlkampf eingestiegen.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 06. Januar 2020 (17:02)

Bündnisobmann Manfred Kölly zeigte sich optimistisch, sechs bis sieben Prozent der Stimmen zu erreichen, "das werden wir auch schaffen mit eurer Unterstützung", sagte er zu den rund 100 anwesenden Gästen. Beim Auftakt wurden auch die Bezirkskandidaten und die neue Plakatserie vorgestellt.

Kölly warb in seiner knapp 40-minütigen Rede um Unterstützung durch die Bürger: "Wir kämpfen tagtäglich für die Menschen, da bin ich stolz drauf." Der Bündnisobmann teilte auch einige Seitenhiebe aus. Hans Peter Doskozil sei für ihn "einer der schwächsten Landeshauptmänner, die ich je gesehen habe", die FPÖ mit Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz sei zum "Steigbügelhalter" der SPÖ geworden.

Im Hinblick darauf, dass das Bündnis in manchen Umfragen bei ein bis zwei Prozent liegen würde, sagte Kölly: "Es könnte anders ausgehen, als sie sich vorstellen" - allein in Deutschkreutz mache er so viele Prozente.

Der LBL-Spitzenkandidat forderte "Klarheit und Transparenz " in der Politik. Kritik übte Kölly weiters an "380 Neuaufnahmen" in den Landesdienst. Das Bündnis werde sich für das von der Politik vernachlässigte Südburgenland einsetzen - und ebenso, wenn es Probleme im Landesnorden gebe.

Angesichts ehemaliger Freiheitlicher, die sich dem Bündnis Liste Burgenland angeschlossen hätten, sei er "dankbar, dass viele Menschen aus dieser Richtung zu uns gekommen sind", sagte Kölly. Bis zur Wahl müsse man nun "Gas geben" - "es hilft keine Jacke, es hilft kein Kugleschreiber". Wichtig sei die Persönlichkeit der Kandidaten.

Kandidaten aus den Bezirken schilderten, weshalb sie das Bündnis unterstützen. Dass etliche von ihnen früher mit der FPÖ sympathisiert hatten, kam auch in den Wortmeldungen zur Sprache. Betont wurde etwa mehrfach, dass man bei der LBL mitarbeite, weil dieses eine Bewegung "ohne Parteizwang" sei.

Wahlkampfkoordinator Herbert Schütz präsentierte die nächste Plakatwelle: Die LBL wolle "vollen Fokus auf den Süden" (das Südburgenland, Anm.) legen. Man setze sich zudem für gerechte Löhne und Pensionen ein.

Auf Kritik bei der LBL stößt der von Rot-Blau eingeführte 1.700 Euro Netto-Mindestlohn im Landesdienst und in landesnahen Betrieben. Dieser gelte "nur für eine privilegierte Klasse, die in einem geschützten Bereich arbeitet", so Schütz. Das System auf die Privatwirtschaft umzulegen, sei im Hinblick auf die kleinbetriebliche Struktur im Burgenland "einfach nicht möglich". Es gebe dabei nur die Möglichkeit, bei Besteuerung anzusetzen - indem es einer massiven Senkung der Steuer- und Abgabenquote komme, sagte der LBL-Kandidat und selbstständige Unternehmensberater Andreas Guzmits.