Eisenstadt

Erstellt am 07. November 2018, 06:54

von Wolfgang Millendorfer

„Bio-Poker“ zwischen Land und Kammer geht weiter. Verhandlungen um Bio-Landwirtschaft sollen bald ins Finale gehen: Inhaltliche Annäherung, aber Finanzierung nicht geklärt.

„Erst über Inhalte, dann über Finanzen reden“, sagtLandesrätin Verena Dunst (li.). Kammer-Präsident Nikolaus Berlakovich (re.): „Finanzierungsfrage ist noch völlig unklar.“ Fotos: BVZ  |  BVZ

LandesrätinVerena Dunst: „Erst über Inhalte, dann über Finanzen reden.“  |  BVZ

Dem Land ist das Konzept der Kammer „noch nicht griffig genug“; die Landwirtschaftskammer bemängelt, dass „mehr Leistung für weniger Geld“ verlangt werde. Nach Wochen der Verhandlungen ist noch nicht klar, wie die „Bio-Wende“ gemeinsam umgesetzt werden soll. Dennoch verweisen beide Seiten auf BVZ-Anfrage auf eine inhaltliche Annäherung.

Die Zeit drängt, bald steht die Budget-Debatte im Landtag an und bis dahin sollte es einen Vertrag zur Finanzierung der Kammer-Beratungen geben. Wie berichtet, pocht die SPÖ mit Landesrat Hans Peter Doskozil und Landesrätin Verena Dunst darauf, dass Landesgelder nur für die Beratung zum Umstieg auf biologische Landwirtschaft verwendet werden dürfen.

Kammer-Präsident Nikolaus Berlakovich: „Finanzierungsfrage ist noch völlig unklar.“  |  BVZ

„Wer unterstützt dann konventionelle Betriebe, die den Bio-Weg nicht mitgehen können?“, fragt Kammer-Präsident und VP-Nationalratsabgeordneter Nikolaus Berlakovich.

Dunst verweist hier auf Bundes-Gelder oder die Kammer-Umlage, die laut Berlakovich jedoch für andere Bereiche reserviert seien. Auch die Finanzierung der Bio-Beratungen ist noch offen und soll in der nächsten, möglicherweise letzten Verhandlungsrunde geklärt werden.

Im Landtag steht indes ein weiterer Beschluss bevor: Nachdem die „Bio-Wende“ ohne die Stimmen der ÖVP beschlossen wurde (diese hatte einen Abänderungsantrag eingebracht), will man nun einstimmig dafür eintreten, im landesnahen Bereich auf Bio-Produkte umzustellen.