Eisenstadt

Erstellt am 10. Oktober 2018, 06:43

von BVZ Redaktion

Kammer gegen Land: Runde 2 im „Bio-Streit“. Reine Bio-Förderung entzweit Kammer und Land. Nach „konstruktivem Gespräch“ wird jetzt geprüft.

Wie viel Landes-Geld erntet die Landwirtschaftskammer? Agrarlandesrätin Verena Dunst (li.) lieferte sich mit Präsident Nikolaus Berlakovich und Vize Werner Falb-Meixner (v.l.) einen Schlagabtausch. Fotos: Millendorfer/privat (Collage BVZ)  |  Millendorfer/privat (Collage BVZ)

Innerhalb von nur einer Woche standen die Zeichen zunächst auf Sturm, dann näherten sich Land und Landwirtschaftskammer „auf sachlicher Ebene“ an. Der Streit um die Landes-Gelder für die Kammer ist aber noch nicht ausgefochten.

Als Finanzlandesrat und designierter Landeshauptmann hat Hans Peter Doskozil (SPÖ) die Richtung vorgegeben: Die Fördermittel für die Landwirtschaftskammer (LWK) sollen auf Basis des neu zu verhandelnden Beratervertrages um die Hälfte gekürzt und für den Umstieg auf Bio zweckgebunden werden.

Während Doskozil und Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) von einem notwendigen Schritt gegen den Einsatz von Pestiziden sprechen, rechnen Kammer-Präsident Nikolaus Berlakovich (ÖVP) und Co. vor, dass damit – inklusive gekoppelter Bundes-Förderungen – 1,7 Millionen Euro weniger Mittel zur Verfügung stehen würden.

„Bio-Aktionsprogramm“ als Antwort der Kammer

Von einer Gefahr für 50 Kammer-Mitarbeiter war ebenso die Rede wie von möglichen Protestaktionen. In einem zweiten, laut Berlakovich „konstruktiven“ Gespräch präsentierte die LWK

am Montag ein „Bio-Aktionsprogramm“, mit dem die Beratungsleistungen in diesem Bereich verstärkt werden sollen. Neben den geforderten Bio-Schwerpunkten sollen aber vor allem auch die vielen konventionellen Betriebe und die Regionalität berücksichtigt werden.

Ein Knackpunkt scheinen die sogenannten Overhead-Kosten zu sein, die das Land – mit Verweis auf den Bund – nicht übernehmen will. Die Rede ist von bis zu 500.000 Euro. Seitens des Büros von Landesrätin Dunst verweist man darauf, dass der Vorschlag der Kammer nun geprüft werde. Eine weitere Gesprächsrunde soll in Kürze folgen.