Herbert Oschep: Doskozils starker Mann. Der Sprecher von Landeschef Doskozil war einer der Strategen hinter dem Wahlsieg. Als Büroleiter wird er noch mächtiger.

Von Markus Stefanitsch und Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 05. Februar 2020 (06:40)
„Wir haben mit Dosenbier auf den Sieg angestoßen.“ Herbert Oschep – im schon fast zum Markenzeichen gewordenen Gilet – erinnert sich im BVZ-Gespräch an den Wahlsonntag an der Seite des Landeschefs.
Wolfgang Millendorfer

Als zweitmächtigster Mann im Land lässt sich Herbert Oschep nicht gern bezeichnen, da bleibt er bescheiden. Seinen Anteil am Wahlerfolg seines Chefs Hans Peter Doskozil und der SPÖ gesteht er aber durchaus ein: „Wir haben zwei Jahre daran gearbeitet, haben uns nicht beirren lassen, der Plan ist aufgegangen“, sagt Oschep im BVZ-Gespräch.

Dieser Plan wurde zu dritt im kleinen Kreis gefasst: die friktionsfreie Übergabe des Landeshauptmann-Sessels von Hans Niessl an Doskozil, die Umsetzung der großen Themen Mindestlohn, Bio-Wende und Pflegeplan – und das bei bundesweiten SPÖ-Niederlagen am laufenden Band.

Herbert Oschep (r.) bei der vorwöchigen Pressekonferenz mit dem SPÖ-Regierungsteam.
Wolfgang Millendorfer

„Es hat auch intern Kritik am Mindestlohn gegeben oder weil die SPÖ als ,Liste Doskozil‘ angetreten ist. Das war schon hart“, gibt Oschep Einblick in die Partei, „derzeit sind diese Stimmen verstummt, aber sie werden wiederkommen.“ Kritiker seien wichtig, doch es gebe „auch einige, die Dinge nur indirekt schlechtreden“.

Intern hat Oschep, der das Polit-Handwerk unter Niessl gelernt und unter Doskozil verfeinert hat, künftig noch mehr zu sagen, wenn er als Büroleiter Andreas Leitner nachfolgt. Dass er da manchmal den „Bad Cop“ geben muss, freut ihn nicht immer, „das muss aber auch sein“.

Seine Meinung artikuliert Oschep auch in der Diskussion mit Doskozil. Auf der einen Seite ist klar, wer der Chef ist, auf der anderen Seite gibt es längst ein freundschaftliches Verhältnis. Das zeigt sich an einem der für Oschep schönsten Momente am Wahlsonntag: „Nach dem Interview in der ZIB2 hat der Landeshauptmann in der Autobahnraststation zwei Dosen Bier für uns gekauft. Wir haben angestoßen und gar nicht viel gesagt, wir haben nur gelacht.“

Mitgelitten habe er, als Doskozils Stimmprobleme nach der zweiten Operation nicht besser wurden: „Das war auch für mich furchtbar.“ Bevor sich Doskozil einer dritten Operation unterzieht, geht erst einmal die Arbeit im Land weiter. Das Regierungsprogramm wird gerade fertig gestellt, Oschep ist dabei. Wie immer dezent im Hintergrund.