FMA bestätigte Überweisungsversuch der RMB. Im Skandal um die Mattersburg-Bank hat heute, Dienstag, auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) den Überweisungsversuch des Regionalmanagement Burgenland (RMB) bestätigt. Der Versuch sei nur vier Minuten, bevor die Aufsicht der Bank die Geschäfte untersagt hatte, erfolgt, sagte FMA-Sprecher Klaus Grubelnik laut einem Bericht des ORF-Burgenland.

Von APA, Redaktion. Erstellt am 04. August 2020 (15:58)
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APA/ROBERT JAEGER

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte bereits am Montagabend eingeräumt, dass es seitens der RMB einen Versuch gegeben hat, vor der Schließung der Commerzialbank Mattersburg noch Geld abzuziehen.

Es blieb jedoch beim Versuch - die Überweisung sei unter der Leitung des Regierungskommissär wieder storniert worden, heißt es in dem Bericht. Die FMA hat die Geschäfte der Bank am 14. Juli um 23.45 Uhr behördlich eingestellt und Wirtschaftsprüfer Bernhard Mechtler als Regierungskommissär eingesetzt.

Am Nachmittag vor der Schließung sei bereits eine Anfrage von Doskozil bezüglich einer Selbstanzeige des damaligen Bankchefs Martin Pucher eingegangen, so der ORF. Die FMA habe Doskozil um acht Uhr am Abend dann mitgeteilt, dass die Bank in wenigen Stunden geschlossen werde. Der Landeschef habe danach nach eigenen Angaben nur die Landesregierung darüber in Kenntnis gesetzt.

Dass außer der RMB noch weitere Personen versucht und sogar reüssiert haben könnten, in letzter Minute noch Geld von der Bank abzuziehen, schließe die FMA nicht aus, schreibt der ORF. Die Bank könne zwar in der Nacht erfolgte Überweisungen nachträglich wieder löschen, ob das aber auch in jedem Fall passiert sei, sei nicht klar. Es seien jedoch alle Kontobewegungen festgehalten, in Folge seien auch strafrechtliche Ermittlungen diesbezüglich möglich.